Frankreichs Banken setzen den Sparstift an

Frankreichs Banken setzen den Sparstift an

Frankreichs Banken bekommen die Wirtschaftsflaute zu spüren und müssen noch mehr sparen. Alle drei großen Geldhäuser setzen ihren Fokus auf Einsparungen.

Bei der Societe Generale halbierte sich der Gewinn im ersten Quartal 2013 . Die Nummer zwei des Landes will deswegen in den kommenden drei Jahren 900 Millionen Euro einsparen, wie das Geldhaus am Dienstag in Paris mitteilte.

Auch Frankreichs Branchenprimus BNP Paribas spart gegen die Krise - vor allem im Privatkundengeschäft - an. Der Credit Agricole geht es dagegen nach dem Rückzug aus Griechenland besser. Aber auch die Nummer drei will künftig weniger Geld ausgeben.

Kosten sollen reduziert werden

Bei der Societe Generale sank der Quartalsgewinn mehr als von Analysten erwartet auf 364 Millionen Euro. Rückstellungen für Gerichtsstreitigkeiten und mehr faule Kredite im Heimatmarkt wirkten sich negativ aus. Das Sparprogramm soll die Eigenkapitalrendite bis 2015 auf zehn Prozent bringen, sagte Bankchef Frederic Oudea. Ohne Sonderposten lag sie im ersten Vierteljahr nur bei 7,4 Prozent. Das Institut hat im vergangenen Jahr bereits Geschäftsbereiche veräußert, einschließlich der Töchter in Griechenland und Ägypten. Jetzt liegt der Fokus auf einer Reduzierung von Kosten im operativen Geschäft. SocGen ist in Verhandlungen mit der Gewerkschaft, um 620 Stellen in der Verwaltung abzubauen.

An der Börse verteuerten sich SocGen-Aktien um mehr als fünf Prozent. Fondsmanager Yohan Salleron von Mandarine Gestion sagte, das angekündigte Einspar-Ziel sei für Investoren ein positives Signal. Wegen der schwachen Wirtschaftslage in Europa im Zuge der Schuldenkrise und der schärferen Regulierung der Branche läuft es momentan nicht rund für die meisten Banken. Sie müssen sich ein dickeres Kapitalpolster zulegen.

Einsparungen auch bei Credit Agricole

Bei Credit Agricole kletterte der Nettogewinn dagegen im ersten Quartal um mehr als die Hälfte auf 469 Millionen Euro . Hauptgrund: Die griechische Emporiki Bank, die im Jahr zuvor stark auf das Ergebnis gedrückt hatte, stellt nach dem Verkauf keine Belastung mehr dar. Das Management bekräftigte, 650 Millionen Euro bis zum Jahr 2016 einsparen zu wollen.

Credit-Agricole-Aktien haben dieses Jahr - trotz der schlechten Wirtschaftslage in Frankreich - bereits 18 Prozent an Wert gewonnen. Investoren hoffen, dass die Bank ohne Sonderlasten im Ausland mehr Gewinn aus dem inländischen Privatkunden-Geschäft herausziehen kann. Am Dienstag ging es leicht nach oben.

Marktführer BNP hatte zuletzt einen Gewinnrückgang um knapp die Hälfte auf 1,6 Milliarden Euro gemeldet. Hier wirkten sich neben dem schwachen Privatkundengeschäft die Marktverwerfungen im Zuge der Zypern-Rettung negativ aus. BNP will die jährlichen Kosten bis 2015 um zwei Milliarden Euro drücken.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge