Frankreich: Staat stützt Peugeot-Bank mit sieben Milliarden Euro

Der französische Staat wird die zum kriselnden Autobauer PSA Peugeot Citroen gehörende Bank BPF mit Garantien über fünf bis sieben Mrd. Euro stützen.

Frankreich: Staat stützt Peugeot-Bank mit sieben Milliarden Euro

Damit soll der Bank ermöglicht werden, sich weiter an den Märkten zu refinanzieren, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hatte vor einer Woche bekannt gegeben, Hilfen für die Bank zu prüfen. Die französische Regierung erwartet dafür aber ein Entgegenkommen des Autobauers, der im Zuge von Sparmaßnahmen 8.000 Stellen streichen will.

Vertreter der französischen Regierung und des Autokonzerns trafen sich am Montagabend in Paris, um über die Hilfen für die BPF-Bank zu beraten. Nach Angaben aus den informierten Kreisen sagte PSA im Gegenzug für die Staatsgarantien zu, dass ein Arbeitnehmervertreter und ein "unabhängiger" Vertreter, der eine "Verbindung zum Staat herstellt", in den Aufsichtsrat des Konzerns entsandt werden. Diese hätten dann ein Wort mitzureden bei den Entscheidungen, welche Standorte von Stellenkürzungen betroffen seien und welche strategischen Partnerschaften PSA mit anderen Konzernen eingehe.

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg sagte der Tageszeitung "Liberation" vom Dienstag, es gehe darum, "Hunderte" Arbeitsplätze bei PSA zu retten. Keiner der PSA-Mitarbeiter dürfe auf der Straße landen.

Die Banque PSA Finance (BPF) ist eine hundertprozentige Tochter des Autokonzerns. Sie vergibt Kredite an Peugeot- und Citroen-Händler wie auch an Autokäufer. Die Bank an sich ist vergleichsweise gut aufgestellt und verzeichnete im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn von 271 Mio. Euro. Allerdings leidet sie unter den Schwierigkeiten des Mutterhauses. Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit des Autobauers wiederholt herabgestuft, wodurch auch die BPF-Bank Schwierigkeiten bekommen könnte, Kredite zu bekommen.

PSA Peugeot Citroen stellt am Mittwoch seine Zahlen für das dritte Quartal 2012 vor. Noch in dieser Woche dürfte der Konzern zudem genauere Angaben über die geplante Zusammenarbeit mit der Opel-Mutter General Motors (GM) machen. GM und PSA hatten Ende Februar eine weltweite strategische Allianz bekannt gegeben, GM stieg mit sieben Prozent bei PSA ein. Nachdem zunächst von einer Zusammenarbeit im Einkauf von Material sowie von der gemeinsamen Entwicklung von Modellen die Rede war, gab es zuletzt auch Spekulationen über eine Fusion von Opel mit Peugeot.