Ford sieht jahrelange Durststrecke in Europa

Ford sieht jahrelange Durststrecke in Europa

In Europa rechne Ford im Gesamtjahr 2013 mit einem Vorsteuerverlust von 1,8 Milliarden Dollar, bekräftigte Ford Europa-Chef Stephen Odell. "Es gibt zwar Anzeichen dafür, dass das Ende der Talfahrt in der zweiten Hälfte dieses Jahres erreicht werden könnte. Aber die Erholung des Marktes wird nach unserer Erwartung mindestens fünf oder sechs Jahre in Anspruch nehmen", sagte Stephen Odell der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe).

Im Herbst 2012 hatte der Autobauer die Schließung von drei Werken mit insgesamt 6200 Beschäftigten angekündigt. Die mit 4300 Arbeitsplätzen größte ist die Fabrik im belgischen Genk, die bis Ende 2014 dicht gemacht werden soll. "Es gibt erste Anzeichen, dass unser Restrukturierungsplan greift. Wir haben erst einen Teil des Wegs hinter uns, aber die Indikatoren weisen nach oben", sagte Odell. Bis zur Mitte des Jahrzehnts solle Ford in Europa wieder profitabel werden und längerfristig eine operative Gewinnspanne von sechs bis acht Prozent erzielen.

Weitere Werksschließungen drohten derzeit nicht. "Im Moment planen wir keine weitere Restrukturierung. Aber wir achten stets darauf, die Produktion mit der Nachfrage in der Balance zu halten", sagte der Europa-Chef von Ford.

Der Pkw-Absatz in Westeuropa ist seit langem im Sinkflug, weil wegen der hohen Arbeitslosigkeit in den südlichen Krisenländern nur wenige neue Autos verkauft wurden. In den ersten Monaten des Jahres sackten die Neuanmeldungen auf den niedrigsten Stand seit fast 20 Jahren. 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen bereits das schlechteste Autojahr seit 1995. Darunter leiden vor allem Massenhersteller wie Ford, Opel, Peugeot, Renault oder Fiat. Sie können angesichts der niedrigen Nachfrage ihre Fabriken kaum auslasten und drohen von den hohen Kosten erdrückt zu werden.

Ford will durch den Stellenabbau und die Werksschließungen die Kosten um 500 Millionen Dollar jährlich drücken. "Dieses Ziel werden wir voraussichtlich bis Ende 2014, wenn die Fabrik in Genk schließt, erreicht haben", sagte Odell.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge

Börse

Renault mit 2015 Rekordsatz - Abgasskandal drückt Aktienkurs