Flughäfen: Portugal privatisiert - deutsche Fraport will kaufen

Flughäfen: Portugal privatisiert - deutsche Fraport will kaufen

Die Privatisierung von Staatsbeteiligungen war eine Bedingung für das 78 Milliarden Euro schwere Rettungspaket, mit dem Portugal wegen der Schuldenkrise geholfen wurde. Verkauft wird unter anderem ein 95 %-Anteil am Flughafenbetreiber ANA. Insidern zufolge gehört auch die deutsche Fraport zu den Interessenten.

Acht unverbindliche Gebote seien für den Flughafen-Betreiber ANA eingegangen, teilte die Regierung in Lissabon am Freitag mit. Sie nannte keine Namen, doch gehört Insidern zufolge auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zu dem Oktett, das seinen Hut in den Ring geworfen hat. Billig würde der Kauf voraussichtlich nicht: Das milliardenschwere Preisschild für einen 95-Prozent-Anteil an der ANA trage voraussichtlich eine Zwei vor dem Komma, sagte einer der Insider.

Die Privatisierung von Staatsbeteiligungen war eine Bedingung für das 78 Milliarden Euro schwere Rettungspaket, mit dem Portugal wegen der Schuldenkrise geholfen wurde. Das Land hat bereits große Aktienpakete an den Stromversorgern EDF und REN verkauft, vor allem an Investoren aus China. Zu ANA gehören nicht nur die Flughäfen in Lissabon und Porto, sondern auch jene, an denen die Touristen an der Feriengebieten an der Algarve, in Alentejo und auf den Azoren landen.

2011 erzielte ANA einen Umsatz von 425 Millionen Euro und - trotz der Wirtschaftskrise - einen Rekordgewinn von 76,5 Millionen Euro. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf Inlands- und Europa-Flüge. Investoren könnten versuchen, die Flughäfen verstärkt als Drehkreuz für Verbindungen nach Südamerika und Afrika zu nutzen.

In Verhandlungskreisen wurden neben Fraport der Baukonzern Odebrecht aus Brasilien, der Mauteintreiber CCR, der spanische Infrastrukturkonzern Ferrovial und der Finanzinvestor Global Infrastructure Partners (GIP) als Bieter genannt. Auch der französische Baukonzern Vinci, der auch um die Flughafenbeteiligungen von Hochtief gebuhlt hatte, gilt als interessiert. In portugiesischen Medienberichten wird auch der Mischkonzern Mota-Engil genannt. Dagegen hat sich der einheimische Mautstraßenbetreiber Brisa aus dem Rennen zurückgezogen. Er wollte eigentlich zusammen mit Odebrecht und CCR bieten. Bieterkreisen zufolge könnte der singapurische Flughafenbetreiber Changi in die Bresche springen.

ANA ist stark abhängig von der - ebenfalls zum Verkauf stehenden - staatlichen Fluggesellschaft TAP, die allein für 40 Prozent des Flugverkehrs am Flughafen in Lissabon steht. Für sie gibt es Kreisen zufolge allerdings nur noch einen Bieter: Doch mit dem Preis, den das brasilianische Konsortium Synergy Aerospace bietet, könnten gerade einmal die Schulden der TAP von 1,2 Milliarden Euro gedeckt werden.

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