Flugbegleiter machen weiter Druck auf Lufthansa

Flugbegleiter machen weiter Druck auf Lufthansa

Im Tarifstreit mit der Lufthansa machen die Flugbegleiter vor der geplanten Schlichtung weiter Druck auf die Lufthansa. Die Gewerkschaft Ufo droht mit einer "sehr langen" Streikperiode, sollten die neuen Gespräche und die Schlichtung ergebnislos bleiben.

Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus", wenn Lufthansa stur bleibe, "streiken wir alle vier oder alle 14 Tage oder alle drei Wochen mal". Baublies machte deutlich, dass die Flugbegleiter-Gewerkschaft dazu ausreichend Reserven habe. "Wir haben 20 Jahre Mitgliedsbeiträge angespart", sagte er. Baublies rief zugleich das Management dazu auf, die Einspar-Empfehlungen von Ufo zu prüfen. "Wir haben einen Vorschlag gemacht, wie die Lufthansa acht Prozent oder 72 Millionen Euro Personalkosten jährlich einsparen kann", erläuterte er.

Vorerst müssen Lufthansa-Passagiere keine Flugausfälle durch Streiks mehr befürchten, denn am Samstag begann die Friedenspflicht. Sie gilt, bis ein Schlichter spruch angenommen oder abgelehnt wird. Zuvor hatte die Lufthansa eine Kernforderung der Gewerkschaft erfüllt: Das Unternehmen will keine geringer entlohnten Leiharbeiter mehr auf seinen Berlin-Flügen einsetzen und diesen Beschäftigten Übernahmeangebote unterbreiten. Nach Angaben der Lufthansa wollen die Tarifparteien bis Mittwoch ein vollständiges Schlichtungsabkommen unterzeichnen und sich bis Ende der Woche auf einen Schlichter verständigen.

Beim dritten und bisher umfassendsten Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter musste das Unternehmen am Freitag etwa die Hälfte der planmäßig 1800 Flüge streichen. Über 100.000 Passagiere waren von dem ganztägigen und bundesweiten Ausstand betroffen. Am Samstag sollte der Flugbetrieb nach Firmenangaben wieder annähernd normal laufen.

Die Gewerkschaft fordert neben ihrem Kampf gegen die Auslagerung von Stellen Gehaltserhöhungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten. Die Lufthansa hat dagegen eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten.

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