Finanzinvestoren spielen in Asien Banker

Finanzinvestoren spielen in Asien Banker

Das gilt auch für Asien, wo die großen Unternehmerfamilien zögern, Beteiligungen aus ihren Wirtschaftsimperien abzugeben. Daher versuchen Private-Equity-Häuser nun ihr Glück im klassischen Bankgeschäft. In Indien und China profilieren sie sich als große Kreditgeber - mit Renditen, die denen im klassischen Beteiligungsgeschäft oft nicht nachstehen.

Apollo, KKR und Olympus Capital sind gerade dabei, Kreditfonds aufzulegen. Nach Daten von Private Equity International und Thomson Reuters haben zwölf Investoren für Asien bislang mindestens 6,6 Milliarden Dollar für solche Fonds eingesammelt.

Die Idee dahinter ist einfach: Kredite sind knapp geworden in vielen Ländern. Vor allem Mittelständler vom Landwirt bis zum Softwareentwickler suchen händeringend nach Darlehen, weil sich Banken auf Staatsbetriebe und die großen Adressen konzentrieren. In diese Lücke stoßen die Beteiligungsgesellschaften.

Damit winken ihnen zwar mitunter Renditen von nur neun Prozent - statt bis zu 25 Prozent, die sie ihren Investoren im angestammten Geschäft versprechen. Doch der Geldzufluss aus den Krediten ist deutlich sicherer als das oft unwägbare Geschäft mit Beteiligungen. Außerdem hoffen sie darauf, dass sich ihnen dadurch auch Türen im hart umkämpften Beteiligungsmarkt öffnen.

Ein Vorreiter auf dem Gebiet ist Sanjay Nayar. Der frühere Asien-Chef der Citigroup kam 2009 zu KKR und übernahm die Leitung des Indiengeschäfts. Dort vergibt KKR Kredite, die oft nur 50 Millionen Dollar erreichen. Kleinteiliges Geschäft für einen Finanzinvestor, der in den USA und Europa gewohnt ist, an Milliardentransaktionen zu arbeiten - die es in Asien kaum gibt.

Das Kreditgeschäft biete große Chancen, schwärmt Nayar: "Die Banken sind unterkapitalisiert." Private-Equity-Häuser seien als Geldverleiher deutlich flexibler sind als Banken. Sie können auch auf Feldern agieren, in denen sich Banken eher schwertun, und vergeben Kredite an Kunden, die damit Ländereien kaufen oder Immobilienschulden refinanzieren. Unter der Ägide von Nayar hat KKR syndizierte Darlehen über 1,5 Milliarden Dollar vergeben - mit einem Eigenkapitaleinsatz von gerade 100 Millionen.

Eingesammelt wird das Geld etwa bei indischen Versicherungsgesellschaften und kapitalstarken Privatpersonen. Kreditnehmer sind ist neben aufstrebenden Kleinbetrieben auch große Unternehmen wie der Mischkonzern Max India.

Goldgrube China

Riesiges Potenzial versprechen sich Nayar und Co. in China, wo mittelständische Unternehmen für 60 Prozent der Wirtschaftsleistung und drei Viertel der neuen Jobs stehen. Sie sind aber oft darauf angewiesen, ihre Expansion über ein undurchsichtiges System von Schattenbanken zu finanzieren, von Pfandhäusern über Kreditversicherer bis zu Treuhandfirmen.

"Diese Unternehmen betrachten uns als ihre Retter", sagt Ben Fanger, Mitgründer von Shoreline Capital. Die Private-Equity-Gesellschaft hat in der Volksrepublik bereits Fuß gefasst. Sie vergibt Kredite an Kommunen ebenso wie an Privatfirmen und kann teilweise mehr als 20 Prozent Zins verlangen. Das sind Renditen, die denen im Beteiligungsgeschäft kaum nachstehen - was die Aufmerksamkeit der Branche weckt. Doch mit den Gewinnchancen steigt auch das Risiko. Wer die chinesischen Verhältnisse nicht kennt, droht zu scheitern. Häufig müsse man seine Forderungen vor den Gerichten durchsetzen, warnt Fanger: "Wenn Sie in etwas investieren, was Sie nicht verstehen, werden die Unternehmen Sie am Ende übers Ohr hauen."

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