Fiat zieht es an die US-Börse

Fiat zieht es an die US-Börse

Italiens Autohersteller Nummer eins will international groß hinaus und deshalb den seine Aktien primär an der Wall Street handeln. 2015 könnte es bereits so weit sein.

Für Fiat tritt der italienische Heimatmarkt nach der Komplettübernahme des US-Autobauers Chrysler offenbar immer mehr in den Hintergrund. Es sei wahrscheinlich, dass die Aktien des Konzern bereits ab 2015 primär an der Wall Street gehandelt würden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Wechsel der Erstnotierung von Mailand nach New York würde dann auch die Neuausrichtung des Unternehmens widerspiegeln.

Bereits jetzt steht der drittgrößte US-Autohersteller für mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes und hält den Konzern in den schwarzen Zahlen. Fiat allein hätte im ersten Geschäftshalbjahr einen Verlust von rund einer halbe Milliarde Euro eingefahren, kam dank Chrysler aber auf einen Gewinn von 435 Millionen Euro. Während also das US-Geschäft immer wichtiger wird, sind die Werke in Italien laut Schätzungen der Marktforscher von IHS Automotive nur zu 41 Prozent ausgelastet. Tausende Arbeiter befinden sich dort in Kurzarbeit. "Mit einer Börsennotierung in den USA könnten sich die Investitionen und die Art, wie die Menschen über das Unternehmen denken, komplett ändern", sagte Analyst George Galliers. Heute gelte der Konzern als schwacher europäischer Wettbewerber, mit einem Gang an der Wall Street spiele die Gruppe hingegen in einer Liga mit der Opel-Mutter General Motors und Ford. Trotz dieser Aussichten dürfte eine Neuausrichtung auf Widerstand stoßen - zumindest in Italien. Es gebe allerdings wenig, was die Politiker in Rom dagegen tun könnten, dass sich der Konzern dann auf den US-Markt konzentriere, sagte ein Analyst in Mailand.

Downgrade als Preis der Übernahme

Mit der Komplettübernahme von Chrysler droht den Italienern allerdings auch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Moody's. Die Ratingagentur erklärte am Dienstag, die bisherige Bewertung "Ba3" werde überprüft. Die angekündigte Übernahme werde Fiats Liquidität erheblich schwächen, führte der führende Fiat-Analyst bei Moody's, Falk Frey, zur Begründung an.

Fiat legt nach langem Tauziehen mit einem US-Pensionsfonds 4,35 Milliarden auf den Tisch und bekommt dafür die 41,5 Prozent an dem drittgrößten US-Autohersteller, die dem italienischen Konzern bisher noch nicht gehören. Das Geschäft soll bis spätestens 20. Januar über die Bühne gehen und den bereits eng zusammenarbeitenden Partnern weitere Größenvorteile bringen.

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