Fiat: Börsengang von Chrysler erst 2014

Fiat: Börsengang von Chrysler erst 2014

Der Schritt sei 2013 "nicht durchführbar", teilte das italienische Unternehmen am Montag in Turin mit. Die Vorbereitungen für den Börsengang sollten fortgesetzt werden, der Schritt könnte daher im ersten Quartal 2014 erfolgen.

New York. Der italienische Autobauer Fiat verschiebt überraschend den für dieses Jahr geplanten milliardenschweren Börsengang seiner US-Tochter Chrysler. "Es wird nicht möglich sein, den Börsengang der Chrysler Group vor dem Ende des Geschäftsjahres 2013 einzuleiten und abzuschließen", teilte der Konzern am Montag in Mailand mit.

"Es kann keine Zusicherung gegeben werden, ob und wann ein Angebot gestartet wird." Das hänge von den Marktbedingungen ab. Angepeilt werde aber, den Börsengang im ersten Quartal 2014 voranzutreiben.

Fiat-Aktien um mehr als zwei Prozent gefallen

Die Fiat-Aktien fielen nach Bekanntgabe der Entscheidung um mehr als zwei Prozent. Fiat-Chef Sergio Marchionne wollte mit einem raschen Gang auf das Börsenparkett den gewerkschaftsnahen Pensionsfonds Veba als zweiten Großaktionär unter Druck setzen. Beide Seiten streiten sich um den Wert der Chrysler-Anteile. Veba verlangte für seine 41,5 Prozent nach Insider-Informationen 5 Mrd. Dollar (3,7 Mrd. Euro). Analysten schätzen das Paket dagegen nur auf rund 4 Mrd. Dollar. Fiat wollte mit dem Börsengang beweisen, dass sein Gebot angemessen ist und Veba damit zum Einlenken bewegen.

Der italienische Konzern war 2009 nach der von der US-Regierung abgesicherten Insolvenz bei dem Detroiter Traditionsunternehmen eingestiegen und hatte seine Beteiligung nach und nach auf 58,5 Prozent aufgestockt. Chrysler befand sich zuletzt im Aufwind: Im dritten Quartal stieg der Gewinn um 22 Prozent auf 464 Mio. Dollar, der Umsatz um fast 14 Prozent auf 17,6 Mrd. Dollar. Damit wird die Tochter immer wichtiger für den Fiat-Konzern, der vor allem auf dem Heimatmarkt zu kämpfen hat.

Überraschender Rückzieher

Der Rückzieher kommt umso überraschender, als das "Wall Street Journal" kurz zuvor über Details zum Börsengang berichtete. Demnach sollten in dieser Woche die Preisspanne festgelegt werden, schrieb das Blatt in seiner Montagausgabe. Diese werde so ausfallen, dass Chrysler mindestens 1,5 Mrd. Dollar einnehme. Geplant sei, fast 17 Prozent des Unternehmens an die Börse zu bringen. Damit ergebe sich eine Gesamtbewertung für den drittgrößten US-Autokonzern zwischen neun und 12 Mrd. Dollar. Der Gang aufs Parkett sei für die erste Dezemberhälfte vorgesehen und damit rechtzeitig vor der weihnachtlichen Ruhe an den Finanzmärkten, hatte es zuvor geheißen.

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