Fed-Mitglied Richard Fisher: "Ende der Anleihenkäufe im Oktober"

Fed-Mitglied Richard Fisher: "Ende der Anleihenkäufe im Oktober"

Der US-Notenbanker Richard Fisher geht davon aus, dass die Fed ihr konjunkturstützendes Programm zum Aufkauf von Anleihen im Oktober beendet. Danach werde die Fed über Zinserhöhungen diskutieren.

Notenbanker Richard Fisher erwartet das Ende der Komnjunkturhilfend er Fed im oktober und dass die Notenbank (Fed) erst danach über eine mögliche US-Zinsanhebung debattiert. Das erklärte Fisher am Sonntag dem US-TV-Sender Fox News.

"Ich persönlich gehe davon aus, dass wir das Programm im Oktober auslaufen lassen. Und dann werden wir uns anschauen müssen, wie es der Wirtschaft geht, wo wir stehen, inklusive auch der breiteren Betrachtung des Arbeitsmarktes, bevor wir darüber reden können, wie wir mit den kurzfristigen Zinsen umgehen sollten." Derzeit könne noch nicht gesagt werden, wann die Wirtschaft wieder für höhere Zinsen bereit sei. "Lassen sie es mich so sagen: Irgendwann in den nächsten 100 Jahren werden die Zinsen wieder steigen", sagte Fisher scherzhaft.

Die US-Notenbank pumpt zur Stützung der Konjunktur seit Jahren viel Geld in den Wirtschaftkreislauf. Anfangs waren es 85 Milliarden Dollar pro Monat. Damit wurden auch die Kurse an den weltweiten Börsen gestützt. Seit dem wirtschaftlichen Aufschwung zum Jahreswechsel werden die Geldspritzen Schritt für Schritt zurückgefahren. Sorgen mancher Anleger, dass damit auch die Börsen-Kurse unter Druck geraten, haben sich als unbegründet erwiesen.

Spekulationen über Zinserhöhungen

Am Finanzmarkt gibt es die Erwartung, dass das Fed-Aufkauf-Programm im Herbst endet. Auch wird darüber spekuliert, wann die Zinsen angehoben werden. Im März hatte die neue Fed-Chefin Janet Yellen dies etwas überraschend bereits für das erste Halbjahr 2015 in Aussicht gestellt. Inzwischen erwarten Händler aber, dass der Schritt nicht vor Juli nächsten Jahres kommt.

Fisher ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der Fed, der über die US-Zinspolitik entscheidet. Der Chef der regionalen Notenbank von Dallas hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, die Anleihen-Aufkäufe eher früher als später zu beenden. Zudem hatte er gewarnt, sehr niedrige Zinsen über einen sehr langen Zeitraum könnten zu einer gefährlichen Aufblähung an den Finanzmärkten führen. Der US-Leitzins liegt seit Jahren ultraniedrig bei Null bis 0,25 Prozent.

Auch im Euro-Raum liegt der Leitzins auf einem Rekord-Tief von 0,25 Prozent. Hier steht aber eine Anhebung der Zinsen aktuell nicht zur Debatte. Im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt klargemacht, bei einer Verschärfung der Deflationsgefahren die Geldpolitik noch weiter lockern zu können, auch durch den Ankauf von Wertpapieren.

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