Fed spritzt weniger Geld in die US-Wirtschaft

Fed spritzt weniger Geld in die US-Wirtschaft

Der Leitzins bleibt auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Auch in Europa wurde im Juni der Leitzins gesenkt. Wirtschaftliche Herausforderungen gibt es hier wie dort.

Angesichts der anziehenden Wirtschaft in den USA streicht die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter zusammen. Die monatlichen Geldspritzen werden um zehn Milliarden Dollar gekürzt, wie der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch entschied. Das Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren sinkt damit wie erwartet auf 35 Milliarden Dollar pro Monat. Das Programm wird voraussichtlich Ende des Jahres auslaufen. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Zuletzt hatte sich insbesondere die Lage am Arbeitsmarkt deutlich aufgehellt. Die US-Wirtschaft hat die während der schweren Rezession verloren gegangenen Jobs mittlerweile wieder aufgebaut. Dennoch gehen Experten davon aus, dass die Zinswende noch bis mindestens Mitte nächsten Jahres auf sich warten lassen wird. Die Arbeitslosenquote soll von heute 6,3 Prozent relativ langsam auf 5,9 Prozent sinken.

Wirtschaftlich harte Zeiten

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) müssen sich die USA auf eine lange wirtschaftliche Durststrecke einstellen: Das Wachstum werde in den kommenden Jahren im Mittel wohl nur rund 2 Prozent betragen und damit klar unter dem historischen Schnitt bleiben, heißt es in einem Bericht des IWF. Der Währungsfonds empfahl der Fed, länger an der faktischen Null-Zins-Politik festzuhalten.

Grund für die Abwärtskorrektur sei der starke Einbruch der Konjunktur im ersten Quartal, der vor allem dem extrem harten Winter geschuldet sei. IWF-Chefin Christine Lagarde betont aber, dass auch andere Probleme auftraten, etwa die Schwäche auf dem Immobilienmarkt. Die IWF-Volkswirte glauben nicht, dass der schlechte Start bis Jahresende aufgeholt werden kann. 2015 sehe die Lage aber besser aus. Das Bruttoinlandsprodukt lege dann voraussichtlich um 3 Prozent zu.

Auch in Europa niedrige Zinsen

Neben den USA ist auch Europa mittlerweile in der Welt der extrem niedrigen Zinsen angelangt. Denn die EZB senkte am 5. Juni den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent. Der Einlagensatz, zu dem Banken kurzfristig Geld bei der Notenbank parken können, wurde erstmals in den negativen Bereich gedrückt: Er sank von bisher null Prozent auf minus 0,10 Prozent.

Damit will die EZB erreichen, dass die niedrige Inflation in Europa wieder zunimmt - so soll der Deflation vorgebeugt werden, die Wirtschaftswachstum verhindern könnte.

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