Fed bereitet große Dollar-Schwemme vor

Fed bereitet große Dollar-Schwemme vor

Zwei Notenbanker, die zu den Tauben und damit Befürwortern einer expansiveren Geldpolitik zählen, forderten am Montag auf einer Veranstaltung in Bangkok weitere Schritte.

"Die wirtschaftlichen Bedingungen rechtfertigen eine extrem starke geldpolitische Anpassung", sagte der Präsident der Federal Reserve von Chicago, Charles Evans (Bild). Vorzugsweise solle sich die Fed dabei für den Kauf von hypothekenbesicherten Anleihen entscheiden. Sein Kollege von der Boston Federal Reserve, Eric Rosengren, unterstützte diese Haltung und bezeichnete nach den jüngsten enttäuschenden Daten vom Arbeitsmarkt eine dritte großangelegte geldpolitische Lockerung - im Fachjargon QE3 genannt - als angemessen. Zwei Runden hat die Fed bereits durch - insgesamt wurden dabei 2,3 Billionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf gepumpt.

Rosengren wie auch Evans gehören derzeit nicht zu den stimmberechtigten Mitgliedern im Offenmarktausschuss der Fed, werden es jedoch im kommenden Jahr sein.

Die Fed stemmt sich seit Dezember 2008 mit ihrer Nullzinspolitik gegen die Wirtschaftskrise und beschloss jüngst, die "Operation Twist" bis Ende des Jahres zu verlängern und dafür rund 267 Milliarden Dollar in die Hand zu nehmen.

Weitere geldpolitische Lockerungen bergen die Gefahr einer steigenden Inflation. Die Risiken, die davon ausgehen, sind nach Einschätzung von Rosengren und Evans jedoch weniger dramatisch als die Folgen der hohen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote lag im Juni auf dem für die USA hohen Niveau von 8,2 Prozent. Laut Rosengren wird die Inflation im laufenden Jahr bei 1,2 Prozent liegen und damit deutlich unter dem Fed-Ziel von zwei Prozent. Evans betonte, die US-Notenbank sollte bereit sein, einen "moderaten, vorübergehenden Anstieg" der Preisteuerung hinzunehmen, um den Stellenaufbau zu fördern. Ziel müsse es sein, die Arbeitslosenquote unter sieben Prozent zu drücken.

Wahrscheinlichkeit für QE3 steigt

Evans sieht angesichts der Wirtschaftsschwäche für die nächsten Jahre kaum Chancen, die Arbeitslosigkeit unter die derzeitige Marke von 8,2 Prozent zu drücken. Seit drei Jahren liegt die Quote über der Marke von acht Prozent. Laut Rosengren wird es für die US-Wirtschaft auch angesichts der weltweiten Probleme immer schwerer. Es scheint, "als wäre Europa in einer Rezession". Auch China wachse langsamer.

Die Fed kommt vom 31. Juli bis zum 1. August sowie dann vom 12. bis zum 13. September zusammen, um über die künftige Geldpolitik zu beraten. 70 Prozent der von Reuters befragten Experten rechnen damit, dass die Fed eine dritte Runde von Staatsanleihen- und Wertpapierkäufen im großen Stil einleitet. Am 20. Juni hatten dies nur 50 Prozent prognostiziert.

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