FarmVille macht Facebook keine Freude

FarmVille macht Facebook keine Freude

Erfinder des (einstmals) beliebten Internet-Spiels FarmVille kommt nicht vom Fleck, Besserung ist nicht in Sicht.

Der Internetspiele-Anbieter Zynga wird für seinen Partner Facebook zum Risiko. Nach einem schwachen Quartal musste das Zynga-Management seine Geschäftsziele drastisch stutzen und steckt nur acht Monate nach dem Börsengang in der Krise: Die Kundschaft gibt weniger Geld aus und die Investoren laufen in Scharen weg. Branchenexperten befürchteten daher, dass auch die Facebook-Zahlen für Enttäuschung sorgen. Das soziale Netzwerk sollte am Donnerstagabend (MESZ) nach Marktschluss Farbe bekennen. Nach dem Riesenflop beim Börsendebüt im Mai herrschte vor dem Facebook-Quartalsbericht eine besondere Anspannung.

Die Zynga-Aktie brach am Mittwochabend im nachbörslichen Handel um 35 Prozent ein und riss das Facebook-Papier mehr sieben Prozent in den Keller.

Facebook dominiert

Zyngas Probleme stellen die symbiotische Allianz der beiden Internet-Unternehmen ernsthaft auf die Probe. Dabei sind die Abhängigkeiten klar: Facebook ist der dominante Teil. Der Dotcom-Riese hängt nur zu 15 Prozent von Zyngas Geschäften ab, während der Spieleanbieter 90 Prozent seiner Erlöse über Facebook erwirtschaftet. Eine Umsatzsäule ist das Spiel "FarmVille", bei dem Nutzer einen virtuellen Bauernhof betreiben können. Nach Daten eines Facebook-Dienstes interessierten sich in diesem Monat nur noch 20 Millionen Nutzer dafür, nach einem Spitzenwert von 80 Millionen im März. Zynga macht dafür eine Umstellung auf der Facebook-Seite verantwortlich, die Nutzer stärker zu neuen Spielen locke als zu den etablierten Zynga-Angeboten.

Kein zweites FarmVille in Sicht

Doch künftige Kassenschlager von Zynga sind nicht abzusehen. Im Gegenteil: Das für viel Geld eingekaufte "Draw Something" ist bislang nicht erhoffte Umsatzmotor. "'Draw Something' hat sich nicht so gut entwickelt, wie wir zunächst erwartet haben", gab Konzernchef Mark Pincus zu, der mit einem Stimmenanteil von knapp über 50 Prozent mittlerweile auch der beherrschende Zynga-Eigner ist.

Im vergangenen Quartal rutschte das Unternehmen mit 22,8 Millionen Dollar in die Verlustzone nach einem dünnen Gewinn von 1,4 Millionen vor einem Jahr. Das Ergebnis vor Sonderposten lag ebenso wie der Umsatz von 332 Millionen Dollar deutlich unter den Erwartungen von Analysten. "Dieses Quartal ist ein Desaster", sagte Analyst Arvind Bhatia von Sterne Agee. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr senkte das Management auf vier bis neun Cent je Aktie von zuvor 23 bis 29 Cent. Dank "Draw Something" stieg die Zahl der zahlenden Spieler zwar deutlich an. Doch entscheidend ist, wie viel Geld diese ausgeben. Der tägliche Umsatz pro Nutzer ging im Quartal um rund zehn Prozent zurück. Die Zynga-Angebote können zwar kostenlos genutzt werden. Aber um schnellere Fortschritte zu machen, können die Spieler auch virtuelle Hilfsmittel nutzen, für die sie bezahlen müssen.

Die Zynga-Aktie notierte zuletzt nur mit drei Dollar und damit so tief wie nie zuvor. Beim Börsenstart im Dezember waren es noch zehn Dollar gewesen.

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