Falschberatung brockt Lloyds einen Milliarden-Verlust ein

Falschberatung brockt Lloyds einen Milliarden-Verlust ein

Die Bank musste über das vergangene Jahr gesehen knapp 3,6 Mrd. Pfund (4,2 Mrd. Euro) für Schadenersatzforderungen von Kunden zurücklegen, wie sie am Freitag in London mitteilte. Einen Teil davon konnte das Geldinstitut, das während der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet und teilverstaatlicht wurde, durch den Verkauf von Staatsanleihen kompensieren.

Alleine im vierten Quartal kostete die Falschberatung die Bank 1,5 Mrd. Pfund. Unter dem Strich stand 2012 ein Verlust von 1,4 Mrd. Pfund. Damit hat sich das Minus im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Um Sondereffekte bereinigt verdiente das Geldhaus 2,6 Mrd. Pfund. Die Lloyds-Aktie gab am Mittag im Handel um sieben Prozent nach.

Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio sagte: "Der Fortschritt, den wir 2012 gemacht haben, bedeutet, dass wir mit unserem Plan, das Unternehmen zu transformieren, vorankommen. Das zeigt sich in unserer stärkeren finanziellen Leistung 2012." Die Bank habe das trotz eines herausfordernden Umfeldes und Altlasten geschafft, fügte er an.

Trotz der Verluste der Bank wurde Horta-Osorio ein Bonus von 1,5 Mio. Pfund in Aktien zugesprochen. Ausbezahlt werden sie nur, wenn der Staat ein Drittel seines Anteils von 39 Prozent an der Bank mit einem Gewinn verkaufen kann. Der Staat kaufte die Aktien der Bank in der Finanzkrise für im Durchschnitt 61 Pence, derzeit notieren sie bei rund etwas über 50 Pence.

Die Schadenersatzforderungen waren aufgekommen, nachdem Kunden der Bank zu Unrecht Kreditausfallversicherungen verkauft worden waren. Der Skandal belastet die gesamte britische Bankenbranche. Für Lloyds alleine summieren sich die Kosten daraus inzwischen auf 6,8 Mrd. Pfund.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge