Facebook-Desaster: Schon ein Drittel des Börsenwertes ist weg

Facebook-Desaster: Schon ein Drittel des Börsenwertes ist weg

Der Aktienkurs von Facebook ist auch am Dienstag weiter gefallen. In der Spitze verloren die Titel des größten sozialen Netzwerks 4,3 Prozent, sie notierten bei Handelsschluss in New York bei 25,87 Dollar immer noch rund 3,8 Prozent leichter.

Einer Umfrage von Reuters/Ipsos zufolge sinkt das Interesse an der Website. Und nur eine Minderheit der Facebook-Nutzer lasse sich von Werbung oder Kommentaren bei Kaufentscheidungen beeinflussen.

Von den Facebook-Nutzern verbringen 34 Prozent weniger Zeit auf der Website als noch vor sechs Monaten, wie aus der Umfrage hervorgeht. Lediglich ein Fünftel nutze die Seite häufiger. Nur jeder Fünfte habe ein Produkt gekauft, weil es bei Facebook beworben oder kommentiert worden sei.

Erst am Montag war eine Analyse von Sanford C. Bernstein & Co. zu dem Schluss gekommen, dass sich die Aktie in nächster Zeit voraussichtlich schlechter entwickeln werde. Die Analysten setzten das Kursziel mit 25 Dollar fest. “Es fällt schwer Gründe zu finden, warum jemand die Aktie derzeit besitzen sollte”, erklärte Carlos Kirjner, ein Analyst bei Bernstein in New York, in der Untersuchung.

NAsdaq zahlt Entschädigung

Nach den technischen Problemen beim Facebook-IPO will die US-Technologiebörse Nasdaq einem Zeitungsbericht zufolge Investoren entschädigen. Die Betreiberfirma Nasdaq OMX Group wolle der US-Börsenaufsicht SEC demnächst einen Plan darüber vorlegen, wie der durch die Technikprobleme entstandene Schaden bei den Investoren ermittelt werden solle, berichtete das "Wall Street Journal".

Facebook hatte vor fast drei Wochen einen holpriges IPO hingelegt. Der Beginn des Börsengangs musste aber um fast eine halbe Stunde verschoben werden - offenbar wegen der schieren Masse der Kauf- und Verkaufsorders. Nach Einschätzung von Nasdaq-Chef Robert Greifeld wurde dadurch der Kurs der Aktie aber nicht beeinflusst.

Dem "Wall Street Journal" zufolge verfügt die US-Technologiebörse über etwa 13 Mio. Dollar, um Investoren zu entschädigen. Allerdings machen Investoren Verluste in Höhe von rund hundert Millionen Dollar wegen der technischen Probleme geltend.

Facebook erlöste beim Börsengang insgesamt 16 Mrd. Dollar.
Der Börseneinführungspreis von 38 Dollar je Aktie entsprach dem 107-fachen des zurückliegenden 12-Monats-Gewinns, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Das übertraf - bis auf zwei - alle Unternehmen im S&P-500-Index.

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