EZB: Frontalangriff auf London

EZB: Frontalangriff auf London

Es gebe keinen Grund dafür, dass London die führende Rolle bei Euro-Finanzgeschäften spiele, sagte Noyer am Montag am Rande einer Konferenz in Tokio.

"Ein Großteil des Euro-Geschäfts sollte innerhalb des Euro-Raums getätigt werden", ergänzte er im Gespräch mit der "Financial Times" (FT) vom Montag. Noyer begründete dies mit den Möglichkeiten der Europäischen Zentralbank, Liquidität zur Verfügung zu stellen und die Aufsicht über die eigene Währung zu gewährleisten.

"Wir sind nicht dagegen, dass Geschäfte in London getätigt werden, aber der Großteil der Geschäfte sollte unter unserer Kontrolle sein", sagte der Notenbanker der Zeitung. "Das ist die Konsequenz aus der Entscheidung Großbritanniens, außerhalb der Eurozone zu bleiben", sagte er. Am Finanzplatz in London werden der "Financial Times" zufolge mehr als 40 Prozent der Euro-Geschäfte weltweit abgewickelt. Das sei mehr als in der gesamten Eurozone zusammen.

Noyers Kritik kommt zum Beginn einer wichtigen Woche für die EU. In Brüssel werden am Dienstag die EU-Finanzminister zusammenkommen, um über eine einheitliche Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) zu beraten. Bisher herrscht noch nicht in allen Punkten Einigung unter den Ländern, beispielsweise in der Frage, für welche Institute die neuen Wächter zuständig sein sollen.

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