EZB denkt über negativen Banken-Einlagenzinssatz nach

EZB denkt über negativen Banken-Einlagenzinssatz nach

In der Europäischen Zentralbank wird weiter über einen negativen Einlagenzinssatz für Banken nachgedacht. Das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure erklärte, die EZB müsse prüfen, ob es erforderlich sei, die Marke auf unter Null Prozent zu senken.

"Es ist möglich", sagte Coeure. Es sei aber unklar, ob Märkte mit einem negativen Zins funktionieren können. Einige könnten das, andere offensichtlich nicht. Bevor also der nächste Schritt gegangen werde, müsse darüber nachgedacht werden.

Schon vor rund einer Woche hatte der niederländische Notenbank-Chef Klaas Knot erklärt, bevor die EZB eventuell eine noch weitere Absenkung des Einlagezinssatzes auf unter null Prozent in Erwägung ziehe, werde sie die Wirkungen prüfen. "Wir sehen uns genau an, was in Dänemark passiert, dort liegt der Einlagesatz jetzt bei minus 0,2 Prozent", sagte er. "Wir haben keine Erfahrung mit negativen Einlagezinsen. Wir sollten von den Erfahrungen anderer Länder mit Negativzinsen lernen, ehe wir entscheiden, ob das eine Option für uns ist."

Negative Einlagezinsen würden wie ein Strafzins für Banken wirken. Die EZB hatte den Einlagenzinssatz jüngst von 0,25 Prozent auf null gesenkt. Dahinter steckt die Hoffnung, dass die Banken überschüssiges Geld nicht mehr bei der EZB parken, sondern es sich untereinander oder Unternehmen wieder leihen. Dies war zuletzt eher selten der Fall, weil das Vertrauen in der Finanzkrise geschwunden ist.

Coeure sagte am Freitag in Mexiko zudem auf Nachfrage, er glaube nicht, dass man auf eine globale Rezession zusteuere. "Wir steuern auf ein sehr geringes Wachstum oder Nullwachstum zu."

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