Evonik kämpft gegen die flaue Wirtschaftslage an

Evonik kämpft gegen die flaue Wirtschaftslage an

Angesichts der flauen Wirtschaftslage kündigte Evonic-Konzernchef Klaus Engel an, den Sparkurs im Unternehmen zu verschärfen. "In einem schwierigeren weltwirtschaftlichen Umfeld hat sich das Geschäft von Evonik im zweiten Quartal schwächer entwickelt als erwartet", räumte Engel am Donnerstag im Zwischenbericht ein.

Auch für die kommenden Monate sieht Engel keine Anzeichen für eine durchgreifende Geschäftsbelebung. Die erwartete Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte werde weniger stark ausfallen als bislang gedacht, erklärte er. Hauptgründe seien die Staatsschuldenkrise in Europa und die stotternde Wachstumslokomotive China. Der Ruhrkonzern, der im April nach drei vergeblichen Anläufen sein Börsendebüt feierte, rechnet für das zweite Halbjahr lediglich mit einer leichten Absatzsteigerung sowie mit Verkaufspreisen, die auf dem derzeitigen Niveau verharren.

Vor diesem Hintergrund erwartet Engel für das Gesamtjahr nurmehr einen Umsatz von 13 Milliarden Euro und damit auf Vorjahreshöhe. Die operativen Ergebnisse dürften 2013 jetzt unter den angepassten Vorjahreswerten liegen. Evonik peilt einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von etwa zwei Milliarden Euro an, nach 2,4 Milliarden Euro 2012. Bislang hatte der Hersteller von Plexiglas, Wirkstoffen zur Tierernährung und Superabsorbern einen Umsatzanstieg und operative Ergebnisse auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Da Evonik seine Immobilien-Sparte inzwischen größtenteils verkauft hat, bezieht sich der Ausblick nur auf das fortgeführte Geschäft.

Deutlicher Gewinnrückgang im Quartal

Im zweiten Jahresviertel schrumpfte der Gewinn deutlich: Das bereinigte Ebitda brach um 23 Prozent auf 489 Millionen Euro ein. Nach einer Analystenschätzung, die auf der Evonik-Webseite veröffentlicht wurde, hatten Finanzexperten im Schnitt mit 486 Millionen Euro gerechnet. "Bei leicht gestiegenen Mengen haben insbesondere sinkende Preise zu rückläufigen Ergebnissen geführt", erklärte Engel. Besonders bei Aminosäuren für Tierfutter und bei der Chemikalie Butadien gingen die Preise zurück. Zudem belastete die planmäßige Abstellung einer Großanlage wegen Wartungsarbeiten. Der Konzerngewinn sackte um 28 Prozent auf 191 Millionen Euro ab. Evonik setzte von April bis Juni 3,263 Milliarden Euro um - ein Minus von fünf Prozent.

Engel will nun zusätzliche Einsparmöglichkeiten ausloten und diese dann rasch umsetzen. Das operative Geschäft soll aber zum größten Teil nicht betroffen sein, betonte der Manager. Das schon länger laufende Sparprogramm brachte bis Ende Juni zusammen mit den Einsparungen des Jahres 2012 knapp 200 Millionen Euro ein - es soll einmal insgesamt jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro erzielen. An seinem Investitionsprogramm im Volumen von mehr als sechs Milliarden Euro für die Jahre 2012 bis 2016 will Engel trotz des härteren Geschäftsumfelds festhalten. Projekte, die noch nicht gestartet seien, würden aber überprüft und möglicherweise erst später begonnen. Das Budget für Investitionen in diesem Jahr soll um 300 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro gekürzt werden.

Mit seinen schwachen Geschäftszahlen steht Evonik nicht allein da. Die Quartalszahlen in der Chemiebranche fielen bislang insgesamt eher durchwachsen aus. So hatte auch der Branchenprimus BASF nach einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal die Hoffnung auf eine spürbare Belebung seiner Geschäfte im weiteren Jahresverlauf aufgegeben. Der niederländische Rivale Akzo Nobel erwartet ebenfalls keine rasche Besserung der Märkte. Bayer spürt das härtere Umfeld im Plastik-Geschäft: Der Konkurrent senkte seinen Geschäftsausblick für die Kunststoffsparte in diesem Jahr.

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