Eurokrise bläht Gewinn von Airbus auf

Eurokrise bläht Gewinn von Airbus auf

Der europäische Flugzeugbauer Airbus darf sich freuen. Weil die Flugzeuge vor allem in Europa hergestellt aber in Dollar verkauft werden könnte es bei Anhalten der Krise einen fetten Zusatzgewinn geben.

Die Euro-Krise dürfte dem europäischen Flugzeugbauer Airbus einen fetten Zusatzgewinn bescheren. Unternehmenschef Fabrice Bregier deutete im Magazin "WirtschaftsWoche" an, dass günstige Wechselkurseffekte infolge des schwachen Euro das operative Ergebnis um einen Milliardenbetrag aufblähen könnten. "Beim gegenwärtigen Kurs von 1,25 Dollar pro Euro bedeutet das gegenüber unserer Planung ein Plus von gut einer Milliarde Euro", rechnete er vor. "Weil wir
unsere Flugzeuge vor allem in Europa herstellen, aber in US-Dollar verkaufen, bedeutet das für uns höhere Erträge", erläuterte Bregier.

Trotz der Schuldenkrise in Europa hat die Airbus-Mutter EADS zuletzt ihre Gewinnprognose angehoben und rechnet nun mit einem Betriebsergebnis von 2,7 statt zuvor 2,5 Milliarden Euro. Grund ist vor allem die überraschend starke Nachfrage nach spritsparenden Airbus-Maschinen in Asien. "Wir sind auf einem guten Weg, unser Ziel
von über 600 Flugzeugbestellungen für dieses Jahr zu erfüllen",
sagte Bregier der "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe). Die
Branche trifft sich in der neuen Woche auf der Internationalen
Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

In dem Magazin-Interview schloss der Airbus-Chef nicht aus, dass der Konzern irgendwann auch ein Werk in Indien hochzieht. "Wenn ein Land wie Indien weiter stark wächst und etwa durch weniger Bürokratie investitionsfreundlicher wird, könnte sich die Frage stellen", sagte er. Konkrete Pläne gebe es allerdings noch nicht. Airbus produziert bislang nur in Europa und in China. In den USA ist eine Fertigungsstätte für 2016 angepeilt.

WEITERER GROSSAUFTRAG VON AIRASIA STEHT BEVOR

In Asien winkt Airbus ein weiterer Großauftrag: Nach
Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen steht der
Billigflieger AirAsia vor einer weiteren Großbestellung
beim europäischen Flugzeugbauer. Bis zu 100 Maschinen der
A320-Baureihe im Wert von insgesamt neun Milliarden Dollar wolle
die Fluggesellschaft aus Malaysia von der EADS -Tochter
kaufen. Die Gespräche seien in einem abschließenden Stadium. Der
Vertrag werde aber nicht rechtzeitig unterzeichnet, um das
Geschäft bereits auf der ILA bekanntzugeben. Bei einem Zuschlag
für Airbus würde der kanadische Konkurrent Bombardier
leer ausgehen, der sich zuletzt intensiv um den Auftrag bemüht
hatte. AirAsia verfügt über eine Flotte von 116 Flugzeugen und
hegt äußerst ehrgeizige Expansionspläne. Bislang hat Asiens
größter Billigflieger bereits 375 Airbus-Maschinen bestellt.
Zuletzt hatte Airbus Großaufträge in China und auf den
Philippinen an Land gezogen.

Auch dem Triebwerksbauer MTU kommt der niedrige
Euro-Kurs zugute. "Wir profitieren aber nicht in vollem Umfang",
schränkte Konzernchef Egon Behle im Gespräch mit dem
Nachrichtenmagazin "Focus" ein. "Eine Dollarkurs-Schwankung um
zehn Prozent beeinflusst unseren Gewinn um etwa sieben Millionen
Euro. Ohne Währungssicherung wären es 50 Millionen."

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