Euro im Sinkflug

Euro im Sinkflug

Auslöser für den seit Tagen anhaltenden Kursrutsch des Euro war unter anderem die Aussage von Vitor Constancio, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, man bereite sich darauf vor, wenn nötig, weiteren monetären Stimulus einzusetzen, um die Risiken für die Wirtschaft in Gang abzuhalten. Für diesen Fall bringen sich Anleger nun in Stellung.

Vergangenen Donnerstag plädierte EZB-Boss Mario Drahi für rasche Maßnahmen, wenn diese erforderlich seien. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet legte gestern noch nach und sprach sich in einem Interview für Strafgebühren für Banken aus, die ihr Geld nicht verleihen, sondern horten. Die Folge wäre: Die Einlagenzinsen könnten ins negative Kippen. Der Euro würde für Anleger weniger attraktiv als bisher und die Währung sinkt. Senkt die EZB auch noch die Zinsen wäre das für den Euro ein zusätzlicher Katalysator auf dem Weg zu einer schwächeren europäischen Währung. Größter Profiteur wäre die Exportwirtschaft.

"All die Kommentare seit vergangener Woche haben zu diesem starken Kursverfall geführt", kommentiert Kiran Kowshik, Währungsstratege bei BNP Paribas in London. "Die Märkte waren überrascht von Draghis klaren Worte. Der Euro wurde auch deshalb so stark getroffen, weil die meisten Investoren neutral positioniert waren und nun auf den Zug aufspringen".

Kurzzeitig erreichte der Euro sogar die Marke 1,3660. Der tiefste Stand seit dem 27. Februar 2014.

Der nächste wichtige Termin für die Entwicklung der europäischen Währung ist der 5. Juni. An diesem Tag soll über den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB entschieden werden.

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