Euro-Schuldenkrise: John Paulson verzockt Milliarden

Euro-Schuldenkrise: John Paulson verzockt Milliarden

Dahinter steckt vor allem, dass Paulson auf das Eintreffen einer umfassenden Finanzkrise in Europa sowie auf den Zusammenbruch des Euro gewettet hat. Beides ist bislang nicht eingetreten.

Paulson & Co. mit 22 Mrd. Dollar Anlagekapital verzeichnete im Juni, als die Aktienmärkte zulegten, in allen Fonds der Firma Verluste. Besonders hart traf es dabei den Advantage Plus Fund, der 7,9 Prozent einbrach, wie aus einem Investoren-Schreiben hervorgeht, das Bloomberg News vorliegt. Insgesamt kommt der Fonds, der versucht, von Unternehmens-Ereignissen wie Übernahmen oder Bankrotten zu profitieren, in diesem Jahr damit auf einen Verlust von 16 Prozent. Paulson versucht, mit dem Einsatz von Hebeln die Gewinne zu maximieren.

Armel Leslie, ein Sprecher der Hedgefonds-Gesellschaft, wollte gegenüber Bloomberg News keine Angaben zu der Entwicklung der Fonds machen.

Reichtum durch US-Wetten

Der 56-jährige Paulson war durch Wetten gegen den US- Hypothekenmarkt zum Milliardär geworden. Im April dieses Jahres teilte er Investoren mit, dass er europäische Staatsanleihen leer verkaufe. Gleichzeitig kaufte er Kreditausfallversicherungen (Credit-Default Swaps, CDS), mit denen sich Investoren gegen einen Ausfall absichern können. Bereits im Februar hatte er erklärt, der Euro weise schwere strukturelle Schäden auf und werde früher oder später auseinanderbrechen.

“Das Risiko einer Finanzkrise in Europa ist das derzeit größte für die Märkte”, erklärte Paulson in einem auf diesen Montag datierten Investoren-Brief. Darin erläuterte er, die Verluste seien die Folge von Absicherungen und Leerverkäufen. “Unsere Fonds sind so ausgerichtet, dass sie das Kapital schützen, wenn Markt-Wirbel Mittelabflüsse bewirken.”

Der weltweite MSCI All-Country World Index kletterte im Juni inklusive Dividenden um fünf Prozent. Der Standard & Poor’s 500 Index erzielte seine größte Juni-Rally seit 1999. Dahinter stand der Beschluss der europäischen Entscheidungsträger, den spanischen Banken Notfall-Kredite zur Verfügung zu stellen und möglicherweise auch Italien unter die Arme zu greifen. Diese Maßnahmen werden nach Paulsons Überzeugung die Staatsschuldenkrise in der Region nicht beilegen.

“Die Ende Juni vorgestellten Pläne werden sich als unzureichend erweisen, um die strukturellen Probleme der Eurozone zu lösen”, schrieb Paulson in dem Brief. Wie der Beschluss des Rettungsplans für Griechenland im März, so werden sich auch die Auswirkungen dieses Planes auf die Märkte als vorübergehend und kurzlebig erweisen. Diese Pläne beseitigen nicht den Produktivitäts-Abstand unter den Euro-Ländern, ihre Leistungsbilanzdefizite, ihre Haushaltsdefizite, die Arbeitslosigkeit und die Kapitalabflüsse.”

Paulson hatte bereits 2011 mit Wetten auf eine Erholung der US-Wirtschaft aufs falsche Pferd gesetzt. Sein Advantage-Plus- Fonds brach im vergangenen Jahr um 51 Prozent ein.

Für die gesamte Hedgefonds-Branche war der Juni kein guter Monat. Die Fonds schnitten den vierten Monat in Folge schlecht ab, wie aus Angaben des Datenanbieters Eurekahedge mit Sitz in Singapur hervorgeht. Der weltweite Eurekahedge Hedge Fund Index rutsche 0,2 Prozent ab. Damit reduzierten sich seine Avancen für die zwölf Monate bis Ende Juni auf 2,9 Prozent.

Regional gesehen hielten sich Hedgefonds mit Ausrichtung auf Asien - mit Ausnahme von Japan - am schlechtesten. Am besten erging es hingegen Fonds, die auf Osteuropa und Russland setzten - sie legten im Schnitt 3,8 Prozent zu.

Insgesamt jedoch sei der Juni für die Hedgefonds ein harter Monat gewesen, da sich die Trends und die Risikobereitschaft häufig umgekehrt hätten, erklärte Eurekahedge in einer Stellungnahme per E-Mail.

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