EU verhängt erstmals Strafzahlungen gegen Pharmafirmen

EU verhängt erstmals Strafzahlungen gegen Pharmafirmen

Die europäischen Wettbewerbshüter werden Kreisen zufolge gegen den dänischen Pharmakonzern Lundbeck, die deutsche Merck und sieben weitere Arzneimittelhersteller noch in diesem Monat Strafen verhängen. Grund dafür: Die Unternehmen hätten den Marktstart billigerer Generika verhindert.

"Die Strafe für Lundbeck wird voraussichtlich erheblich sein, für die anderen wird sie geringer ausfallen", sagte einer der Insider. Neben Lundbeck sind die ehemalige britische Merck-Tochter Generics UK, Arrow, Resolution Chemicals, Xellia Pharmaceuticals, Alpharma, A.L. Industrier und die indische Ranbaxy betroffen. Dies sind alles Generika-Firmen.

Den EU-Wettbewerbsregeln zufolge können die Wettbewerbshüter Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen - im Falle von Lundbeck wären das bis zu 240 Millionen Euro.

Premiere

Nach der Einleitung einer umfassende Untersuchung zu sogenannten Pay-for-Delay-Abkommen im Jahr 2009 verhängt die EU-Kommission mit diesem Schritt zum ersten Mal Strafzahlungen. Hersteller von Originalpräparaten hatten Generikafirmen Geld gezahlt, damit sie keine Nachahmermedikamente auf den Markt bringen.

Die EU-Kommission schätzte in einem Untersuchungsbericht, dass Patienten deshalb bis zu 20 Prozent mehr für ihre Arzneien zahlen müssen. Merck lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab: "Wir äußern uns nicht zu laufenden juristischen Verfahren", sagte eine Sprecherin.

Lundbeck erklärte, das Unternehmen sei nicht über eine Strafe informiert worden. Der Konzern sei überzeugt, keine Fehler gemacht zu haben. Ein Kommissionssprecher lehnte eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen ab.

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