groupon.at: Eine Rabatt-Website geht an die Börse

groupon.at: Eine Rabatt-Website geht an die Börse

Der erfolgreichste Börsengang seit Google – den hat nicht etwa, wie viele vermutet haben, Facebook hingelegt. Sondern eine der weltweit bekanntesten Rabatt-Webseiten aus den USA: Groupon, Inc.

Nach Angaben von Groupon ist die Website, die ausschließlich Rabatte im Internet anbietet, in 35 Ländern aktiv. Unter www.groupon.at findet man Sparmöglichkeiten für Restaurantbesuche, Reisen, Waren und Dienstleistungen. Unternehmen können hier Coupons für ihr Geschäft anbieten. Ein Deal kommt allerdings erst zustande, wenn auch eine Mindestanzahl an Interessenten das Angebot kauft. Groupon behält als Gewinn ungefähr die Hälfte des Gutscheinwerts.

Im November 2008 wurde die Website vom Chief Executive Officer Andrew Mason gestartet. Digital Sky Technology, eine russische Investmentfirma, investierte zwei Jahre später 135 Millionen US-Dollar in Groupon. Wenige Monate danach konnte das Unternehmen eine Finanzierungsrunde mit 950 Millionen Dollar abschließen. Zu den heutigen Geldgebern zählen Firmen wie Kleiner Perkins Caufield & Byers oder Greylock Partners.

Der unerwartet erfolgreiche Börsengang

Im November 2011 ging das Unternehmen dann mit einem Wert von circa 13 Milliarden Euro an die Börse, nachdem es kurz zuvor ein Übernahmeangebot von Google abgelehnt hatte. Der extrem erfolgreiche Börsengang kam für viele überraschend. Dass es so schnell eine so hohe Nachfrage der Anleger geben würde, kam unerwartet. Aber sie lieferte dem Unternehmen den Erfolg, den es sich schwer erarbeitet und verdient hatte. 700 Millionen Dollar konnten erwirtschaftet werden. Aber sogar Groupon selbst hat sich unterschätzt. Das Unternehmen kalkulierte einen Wert von 16 bis 18 Dollar pro Aktie. Der tatsächliche Wert war dann aber 20 Dollar.

Werbemaßnahmen der besonderen Art

Bei den Vorbereitungen für den Börsengang musste Groupon seine Geschäftszahlen offenlegen. Diese zeigten einen relativ konstanten Verlust an. Da Groupon aber erst vor drei Jahren gegründet wurde, musste das Unternehmen viel Geld in die Außenwerbung investieren. Öffentlich gemachte Zahlen zeigen, dass inzwischen die hohe Verlustrate erfolgreich zurückgegangen ist, nachdem sich das Unternehmen nun etabliert hat. Durch die Einsparungen bei der Außenwerbung wächst Groupon nun auch nicht mehr so schnell wie früher.

Ein berühmtes Beispiel für das wirksame Marketing von Groupon ist die Aktion von 2010. In diesem Jahr suchte das Unternehmen einen Kandidaten, der 365 Tage lang nur von seinen Coupons leben würde. Als Gewinn lockten 100 000 Dollar. Mit dem US-Amerikaner Josh Stevens fand sich ein Kandidat, der tatsächlich ein Jahr lang nur von den Groupon Angeboten lebte. Seine Erfahrungen lassen sich noch heute in seinem Blog nachlesen.

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