Eine Kartellstrafe und die Rezession setzen Kühne+Nagel zu

Eine Kartellstrafe und die Rezession setzen Kühne+Nagel zu

Obwohl der Umsatz um knapp 6 Prozent auf 20,75 Mrd. Franken (16,95 Mrd. Euro) zulegte, sackte der Gewinn um fast 19 Prozent auf 493 Mio. Franken ab.

Ohne die im März 2012 verhängte Kartellbuße der EU-Kommission von 65 Mio. Franken, gegen die der Konzern beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Einspruch eingelegt hat, hätte der Gewinn 558 Mio. Franken betragen, wie der Konzern am Montag mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank von 750 Mio. Franken auf 634 Mio. Franken.

Während die Regionen Nah- und Mittelost, Zentralasien und Afrika (+17 Prozent), Asien-Pazifik (+16 Prozent) und Nord-, Mittel- und Südamerika (+14 Prozent) deutliche Umsatzwachstumsraten verzeichneten, stiegen die Erlöse in Europa lediglich um 0,6 Prozent. Der für ein Logistikunternehmen aussagekräftigere Bruttogewinn erhöhte sich um 3,3 Prozent auf 6,09 Mrd. Franken.

Bereits in den ersten beiden Quartalen 2012 hätten die Wachstumsverlangsamung in China und das zurückhaltende Konsum- und Investitionsverhalten in weiten Teilen Europas die Volumenentwicklung im internationalen Logistikgeschäft beeinträchtigt, lässt sich Konzernchef Reinhard Lange in der Mitteilung zitieren.

Kühne+Nagel habe zwar das Geschäftsvolumen in allen Sparten erhöhen können, allerdings sei es nicht gelungen, mit dem erzielten Mengenzuwachs den Margendruck und die Kostensteigerungen zu kompensieren.

Die Dividende für 2012 soll auf 3,50 von 3,85 Franken gekürzt werden. Analysten hatten mit einem Gewinn von 503 Mio. Franken und einer Dividende von 3,60 Franken gerechnet.

Über die Konjunkturentwicklung im laufenden Jahr bestünden nach wie vor große Unsicherheiten, heißt es zum Ausblick. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftsleistung in Europa schnell und nachhaltig verbessern werde, während von den Schwellenländern und den USA ermutigende Signale ausgingen.

Bereits am vergangenen Freitag hatte Kühne+Nagel ein umfassendes Programm zur Effizienzsteigerung angekündigt. Als erste Maßnahme wurde die teilweise Neuausrichtung der Regionalstruktur bekannt gegeben, die ab Anfang Juli 2013 gilt.

Im Rahmen des Programms würden auch die Prozesse im Finanz- und Personalbereich gestrafft und optimiert, hieß es. Einen Stellenabbau habe die Veränderung nicht zur Folge, hieß es damals auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur sda.

Am Montag gab der auch in Österreich tätige Konzern außerdem den Rücktritt von Konzernchef Lange bekannt. Aus gesundheitlichen Gründen will sich dieser nach mehr als 40 Jahren bei Kühne+Nagel auf die Generalversammlung vom 7. Mai hin freistellen lassen. Lange steht dem Unternehmen bis zum Ablauf seines Vertrages am 31. Dezember beratend zur Verfügung.

Mit der Suche nach einem neuen Konzernchef sei begonnen worden, schreibt Kühne+Nagel weiter. Ein Team unter Leitung von Verwaltungsratspräsident Karl Gernandt wird die Aufgaben von Lange übernehmen.

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