"Diese Bank ist krank"

"Diese Bank ist krank"

Banco Popular bietet für eine alte Aktie drei neue Anteilsscheine zu einem Preis von je 0,401 Euro. Dies entspricht einem Abschlag von 64 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Ursprünglich hatte Spaniens sechstgrößte Bank einen Nachlass von 50 Prozent angepeilt. Entsprechend hart fiel die Kritik von Kleinanlegern aus, die sich durch die Kapitalerhöhung sowie ein Aussetzen der Dividende benachteiligt sehen.

"Wir fühlen uns betrogen durch diese beiden Schritte", wetterte Anteilseigner Francisco Velloso auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Wochenende in Madrid. Der Kleinaktionär Angel Cereceda hielt ebenfalls nicht mit Kritik am Management zurück: "Diese Bank ist krank. Ein wenig Selbstkritik würde nicht schaden." Der Kontrollgremiumsvorsitzende Angel Ron verteidigte dagegen die Entscheidungen der Bank und warb um Verständnis angesichts der schweren Immobilien- und Hypothekenkrise in Spanien.

Mit den Einnahmen aus der Kapitalerhöhung will die Banco Popular ihr Kapitalloch ohne Hilfe des Staates stopfen. Insgesamt wollte das Institut 2,5 Mrd. Euro einsammeln. Dieses Ziel wurde aber trotz des eingeräumten Rabatts nicht ganz erreicht. So teilte Banco Popular mit, es habe Zusagen von 15 Investoren - darunter auch der deutsche Versicherungskonzern und Anteilseigner Allianz - über etwas mehr als zwei Mrd. Euro erhalten.

Das Geldhaus leidet wie viele andere Institute des Landes unter der Rezession in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone sowie unter der hohen Zahl an Spaniern, die nach dem Platzen der Immobilien-Blase 2007 ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Ein Stresstest der Beratungsfirma Oliver Wyman hatte ergeben, dass spanische Banken fast 60 Mrd. Euro frisches Kapital bräuchten, falls sich die Lage in dem südeuropäischen Land verschlechtern sollte. Für die Banco Popular ergab sich ein Bedarf von 3,2 Mrd. Euro.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge