"Die beste Zeit, um Aktien zu kaufen ist, wenn alle sie hassen"

"Die beste Zeit, um Aktien zu kaufen ist, wenn alle sie hassen"

Nach Ansicht von Wien, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Analysedienste von Blackstone, wurde durch den stärksten Monatsverlust des S&P 500 seit September die Zuversicht der Investoren so stark gedrückt, dass es jetzt sicher ist, Aktien zu kaufen. Wien hatte bereits 2009 das Ende des Bärenmarktes richtig vorhergesagt.

Durch den Ausverkauf im Mai stehen den Investoren jetzt Gelder zur Verfügung, die früher oder später wieder zurück in Aktien fließen werden, sagt er.

Birinyi, der Präsident von Birinyi Associates und Golub, der Chef-US-Marktstratege der UBS , argumentieren, dass ein Rückgang der Kurse abzusehen war, nachdem sie im ersten Quartal die stärkste Rally seit 14 Jahren verzeichnet hatten. Auch sie gehen davon aus, dass sich die Aufwärtstendenz nach dem Rückschlag nun fortsetzen wird.

“Die beste Zeit, um Aktien zu kaufen ist, wenn alle sie hassen. Und das tun sie jetzt wirklich”, sagt Wien. Seine Prognose, dass der S&P-500-Index in 2012 die Marke von 1.400 Punkten übertreffen wird, hat sich bereits am 15. März erfüllt.

Birinyi, der in den 80er Jahren als Aktienhändler bei Salomon Brothers tätig war, riet Anfang Mai, Aktien zu kaufen. Der wachsende Pessimismus sei ein Zeichen dafür, dass die Kurse steigen würden, erklärte er. Vorerst fiel der S&P- Index in dem Monat allerdings um 6,3 Prozent. Im Dezember 2008 hatte Birinyi vorhergesagt, dass ein Bullenmarkt bevor stehe.

Wer im März beim Tiefstand des S&P-Index mit 10.000 Dollar eingestiegen wäre, hätte daraus - inklusive Dividenden - mittlerweile 20.984 Dollar gemacht. “Das ist noch nicht vorbei”, sagt Birinyi jetzt.
“Historisch gesehen kennzeichnet sich der letzte Teil des Bullenmarktes durch eine sehr starke Rally. Beim letzten Teil steigen alle mit ein. Dieser Markt hat sich selbst im ersten Quartal durch eine Menge Skepsis und Zögern gekennzeichnet - das hat sich nicht geändert.” Der Investor setzt unter anderem auf Whirlpool, Nike und die Restaurantkette Chipotle Mexican Grill.

Für Golub von der UBS steht fest, dass der S&P-Index bis Jahresende die Marke von 1.475 Punkten erreicht haben wird. Der mittlere Gewinn er Index-Mitglieder dürfte seiner Ansicht nach auf 105 Dollar je Aktie klettern. Seine Prognose für den Jahresendstand ist die zweithöchste unter den 13 von Bloomberg verfolgten Wall-Street-Strategen. Sollte es zu einem Zahlungsausfall in Europa kommen, müsste Golub seine Prognose reduzieren, er bleibt jedoch bei seiner Ansicht, dass die wirtschaftliche Lage in den USA gut ist und Europa die Krise meistern wird.

Politiker werden das Schlimmste verhindern

“Die Frage ist, ob die Entscheidungsträger dabei zusehen werden, wie der Euro zerfällt oder ob sie irgendwelche Maßnahmen ergreifen werden, um das Schlimmste zu verhindern”, sagt Golub im Interview mit Bloomberg News. “Wenn wir irgendetwas in den vergangenen drei Jahren gelernt haben, dann, dass die politischen Entscheidungsträger deutlich kompetenter und fähiger dabei sind, das Schlimmste zu verhindern.”

Die Talfahrt des S&P-Index um 9,9 Prozent vom 2. April bis zum 1. Juni steht nach Ansicht von Birinyi vor ihrem Ende. Der zunehmende Pessimismus sei “ermutigend”, sagt er und rät Investoren, in Aktien engagiert zu bleiben, beziehungsweise zu kaufen, bevor die letzte Phase des Bullenmarktes um September herum startet.

Angesichts der Turbulenzen um die Wahlen in Griechenland und Frankreich, der Bedenken wegen Spanien, der Abschwächung in Schwellenmärkten wie China, Indien und Brasilien und der Talfahrt von Facebook Inc. nach dem weltgrößten IPO eines Technologiekonzerns ist der Verlust des S&P-Index um lediglich zehn Prozent für Birinyi ein ermutigendes Zeichen. Auch er habe nicht vorhergesehen, dass gleich so viele Dinge schief gehen würden, er bleibt jedoch dabei: “Wir geben den Markt nicht auf”.

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