Die US-Großbank Citigroup verliert ihren Sanierer – Pandit tritt ab

Die US-Großbank Citigroup verliert ihren Sanierer – Pandit tritt ab

Der Chefsanierer, der Ende 2007 das Ruder übernahm, trete mit sofortiger Wirkung ab, teilte das Geldhaus am Dienstag mit. Die Ankündigung kam überraschend, Gründe wurden nicht genannt. Erst am Vortag hatte Citi relativ solide Quartalszahlen im Kerngeschäft bekanntgegeben.

Allerdings zeigte sich dabei auch, dass die Aufräumarbeiten bei dem Geldhaus, das in der Finanzkrise in Schieflage geraten war, noch länger dauern als gedacht. Milliardenschwere Abschreibungen führten deshalb im dritten Quartal unter dem Strich zu einem herben Gewinneinbruch.

Nachfolger von Pandit an der Konzernspitze soll Michael Corbat werden, wie Verwaltungsratschef Michael O'Neill mitteilte. Corbat leitete bei Citi zuletzt das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. In dieser Rolle habe der Manager "außergewöhnliche Führungsqualitäten" bewiesen und kenne die Bank sehr gut, erklärte O'Neill. Mit Pandit geht auch einer seiner engsten Vertrauten von Bord: Der für das operative Geschäft zuständige Vorstand John Havens.

An der Wall Street kamen die Nachrichten nicht gut an: Die Citi-Aktie, die am Vortag noch ordentlich zugelegt hatte, verlor vorbörslich fast zwei Prozent.

Die Citigroup musste in der Krise vom Staat gerettet werden. Pandits Aufgabe war es, Risiken abzubauen und den Konzern in die Gewinnzone zurückzuführen. Milliardenschwere Papiere und nicht-strategische Beteiligungen bündelte der gebürtige Inder in einer "Bad Bank". Die restliche Bank fokussierte er auf Privat- und Firmenkunden und das Kapitalmarktgeschäft.

Börsianer zeigten sich überrascht vom plötzlichen Abgang Pandits. "Ich hätte gedacht, dass er noch bleiben würde, um die Früchte seiner Arbeit zu ernten", sagte Peter Jankovskis, Co-Anlagechef bei Oakbrook Investments.

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