Die wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus den USA – China verliert an Bedeutung

Die wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus den USA – China verliert an Bedeutung

Apple, Google, Microsoft, Berkshire Hathaway, Wal-Mart und General Electric sind nur ein paar Vertreter aus der Reihe der wertvollsten Unternehmen der Welt. Erstmals seit dem Jahr 2006 finden sich heuer unter den zehn Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung weltweit allerdings keine chinesischen Gesellschaften mehr. Die Kreditklemme und das geringere Wachstum in China sowie die stärkste Rally bei US-Aktien seit einem Jahrzehnt haben die China-Aktien abgeschlagen. Aktuell kommen die zehn wertvollsten Unternehmen alle aus den USA, angeführt vom Ölkonzern Exxon Mobil.

Noch im Mai war der staatliche Ölkonzern PetroChina das sechstgrößte Unternehmen nach Marktwert weltweit. In diesem Monat hat PetroChina insgesamt 35 Milliarden Dollar an Marktwert verloren, ist dadurch auf 214 Milliarden Dollar gerutscht und kommt damit auf Rang 12, wie Bloomberg-Daten zeigen. Nachdem der Marktwert der Industrial & Commercial Bank of China um 28 Milliarden Dollar zurückging ist auch diese um vier Plätze auf Rang 13 gesunken.

Der Aktienkurs von Exxon Mobil hat in diesem Jahr dagegen 3,8 Prozent zugelegt. Damit kommt der Ölkonzern auf einen Marktwert von 398 Milliarden Dollar und überholt Apple als weltweit wertvollstes Unternehmen. Titel von Johnson & Johnson haben seit Jahresbeginn 24 Prozent gewonnen. Zu den zehn größten Unternehmen gehören außerdem Google, Microsoft, Berkshire Hathaway, Wal-Mart Stores, General Electric, Chevron und Wells Fargo.

Kursentwicklung in China hinkt drastisch hinterher

Die Kursentwicklung chinesischer Aktien hinkt hinter US- Titeln so stark hinterher wie zuletzt 1998. Während der MSCI China Index, der in Hongkong gehandelte Aktien abbildet, seit Jahresanfang 15 Prozent eingebüßt hat, kommt der Standard & Poor’s 500 Index auf ein Plus von 12 Prozent.

Nach einem Plus von 345 Prozent über die vergangenen zehn Jahre sind die China-Werte derzeit auf dem Rückzug. Noch 2007 stellten chinesische Unternehmen die Hälfte der zehn weltgrößten Unternehmen nach Marktwert. Dem Land fehlt ein entwickelter Verbrauchermarkt, außerdem versucht die Regierung, den Kreditboom zu bremsen, um zu verhindern, dass notleidende Kredite und Bankzusammenbrüche die flaue Konjunktur weiter dämpfen.

“Die Anleger blicken auf die USA, weil es dort tatsächlich Anzeichen von Wachstum gibt, im Gegensatz zu China, wo es in die andere Richtung geht”, sagt Wayne Lin, Vermögensverwalter bei Legg Mason in Baltimore. “Wir beobachten, wie sich die Wachstumserwartungen umkehren.”

China-Wachstumsprognosen gesenkt

Goldman Sachs und China International Capital Capital haben ihre Wachstumsprognosen für China dieses Jahr auf 7,4 Prozent gesenkt, unter das von der Regierung ausgegebene Ziel von 7,5 Prozent. Das wäre das langsamste Wachstum seit 1990 und das erste Mal seit 1998, dass das Ziel der Regierung verfehlt wird. Im ersten Quartal kam China auf ein Wachstum von 7,7 Prozent, verglichen mit einem Durchschnitt von zehn Prozent über die vergangenen zehn Jahre. Auch ein rekordhohes Kreditwachstum kurbelte die Produktivität nicht an.

“In China gab es eine beispiellose Ausweitung der Kredite”, beschrieb Ruchir Sharma, geschäftsführender Direktor und Leiter Schwellenmärkte bei Morgan Stanley Investment Management, im Interview mit Bloomberg Radio. “Die Staatsunternehmen in China sind zu groß geworden, sie sind begriffsstutzige Riesen.”

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang, der seit März an der Macht ist, hat angekündigt, die Wirtschaft weiter zu öffnen und die Kompetenzen des Staates zu begrenzen, um die Wirtschaft von ihrem exportorientierten Modell weg zu entwickeln. Langfristig werde dies positiv für die chinesische Wirtschaft sein, kurzfristig dürfte es jedoch das Wachstum bremsen, warnt Steven Sun, Aktienanalyst für China bei HSBC Holdings Plc in Hongkong.

“Der Markt wird weiter Probleme haben”, erläuterte er in einem Interview mit Bloomberg TV. “Die volkswirtschaftlichen Herausforderungen sind größer als 2008 und es stehen weniger Handlungsmöglichkeiten zur Auswahl.”

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