Die Luft für Air Berlin wird dünn

Die Luft für Air Berlin wird dünn

Air Berlin halte an dem Ziel fest, mit dem Sparprogramm Turbine in diesem Jahr 200 Millionen Euro einzusparen, sagte Konzernchef Wolfgang Prock-Schauer am Mittwoch. "Wegen der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung und des Marktumfeldes ist die Zielerreichung allerdings zunehmend anspruchsvoller geworden", sagte er.

Ein konkretes Ergebnisziel nannte der seit Jahresanfang amtierende Air-Berlin-Chef am Mittwoch nicht, für weitere Auskünfte war Air Berlin nicht zu erreichen. Die Konzernführung hatte zuletzt für den Sommer eine Kehrtwende zum Besseren und für das Gesamtjahr operativ schwarze Zahlen versprochen.

Im zweiten Quartal lag der operative Verlust (Ebit) bei 8,1 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 29,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich konnte Air Berin den Verlust auf 38 Millionen Euro eindämmen, nachdem vor Jahresfrist hier noch ein Minus von 99,8 Millionen Euro gestanden hatte.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich der Lufthansa -Konkurrent eine Rosskur verordnet, dem jede Zehnte der 9000 Stellen zum Opfer fällt. Der Personalabbau werde wie geplant vorangetrieben, zum Monatsende Juli habe die Fluggesellschaft 300 Vollzeitstellen abgebaut. 80 Prozent der für 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des Sparprogramms Turbine seien bereits abgesichert, sagte Prock-Schauer. Die Zahl der geflogenen Strecken dampfte Air Berlin im zweiten Quartal auf 440 ein, im Vorjahr hatte die Fluggesellschaft noch 520 Verbindungen. Insgesamt schrumpften die Kapazitäten um 8,4 Prozent, der Umsatz verringerte sich um 1,8 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro.

Kein Kapitalpolster

Nach den Verlusten verfügt Air Berlin über kein Kapitalpolster mehr. Das Eigenkapital lag Ende Juni bei minus 116,3 Millionen Euro, Ende März betrug das Minus lediglich 53,1 Millionen Euro. Dafür seien die Kosten für den Konzernumbau sowie die traditionell schwache Ertragslage im ersten Halbjahr verantwortlich, sagte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. "Die Zielgröße, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent zu erreichen, bleibt unverändert erhalten." Ende Juni verfügte Air Berlin über 436,8 Millionen Euro an liquiden Mitteln, nach 315 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die Airline Etihad hält knapp 30 Prozent an Air Berlin und hatte die Fluggesellschaft wiederholt direkt und indirekt mit Finanzspritzen gestützt.

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