Die Fed zieht die Spendierhosen aus – die guten Investment-Zeiten sind vorbei

Die Fed zieht die Spendierhosen aus – die guten Investment-Zeiten sind vorbei

Auslöser der Markt-Turbulenzen ist dabei nicht zuletzt die Befürchtung, dass die Regierungen weltweit ihre Konjunkturprogramme zurückfahren könnten. Der MSCI All-Country World Index sackte in der vergangenen Woche um drei Prozent ab, für Gold, Kupfer und Öl ging es mindestens 2,5 Prozent abwärts und Bonds aller Arten verloren 1,1 Prozent, wie Daten von Bank of America Merrill Lynch belegen. Einzige Ausnahme: Der Dollar.

Währungen vom australischen Dollar bis hin zum mexikanischen Peso rutschten gegenüber dem US-Dollar ab.

In den vergangenen vier Jahren hat die breite Marktrally alles von japanischen Bank-Aktienkursen bis hin zu italienischen Staatsanleihen angetrieben. Diese Rally wird jedoch nun hinterfragt, nachdem sich die Anzeichen dafür mehren, dass die Zentralbanken ihre Konjunkturmaßnahmen über die sogenannte quantitative Lockerung (QE) einschränken könnten.

Der globale Aktienmarkt verzeichnete den stärksten Zwei-Tages-Einbruch in 19 Monaten, nachdem Ben Bernanke, der Vorsitzende der Federal Reserve, ein Auslaufen der Konjunkturmaßnahmen in Aussicht stellte. Gleichzeitig verschlimmerte sich die Cash-Krise in China.

Volatilität schnellt hoch

“Der Stress in den Märkten ist das Ergebnis des QE-Ausstiegs und der daraus resultierenden höheren Zinsen”, sagt Walter "Bucky" Hellwig, Vermögensverwalter bei BB&T Wealth Management in Birmingham, Alabama. "Dadurch werden viele Arten von Transaktionen aufgelöst. Die Liquidierungen und Entschuldungen machen weitere Auflösungen erforderlich, wodurch die Preise von Vermögenswerten fallen und der Dollar zulegt."

Die Preisschwankungen nehmen zu, da sich Investoren gleichzeitig aus Aktien, Bonds und Rohstoffen zurückziehen. Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index, der mit Hilfe von Optionen auf den Standard & Poor’s 500 Index die erwarteten Markt-Schwankungen abbildet, schnellte am Donnerstag um 23 Prozent auf den höchsten Stand in diesem Jahr hoch.
Der MOVE Index von Bank of America Merrill Lynch, der die Volatilität bei Treasuries abbildet, und der JPMorgan Global FX Volatility Index für die Volatilität am Devisenmarkt kletterten auf das höchste Niveau in zwölf Monaten.

“Wir sehen den Beginn einer Preisanpassung bei Vermögenswerten, nachdem sich die Wahrnehmung der Fed-Politik ändert”, sagt Stephen Wood, Chef-Marktstratege für Nordamerika bei Russell Investments. “Die Volatilität wird unser ständiger Begleiter sein.”

Erste QE-Drosselung womöglich bereits im September

Bernanke hatte im Anschluss an die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed am 19. Juni erklärt, dass die Notenbank noch in diesem Jahr damit beginnen könnte, ihr Bondkaufprogramm zurückzufahren. Bis Mitte 2014 könnte das Programm vollständig zurückgefahren werden, sollte sich die Wirtschaft so entwickeln, wie die Fed es derzeit erwartet.

In einer Bloomberg-Umfrage prognostizierten 44 Prozent der teilnehmenden Volkswirte, dass die Notenbank bei ihrem Treffen am 17. und 18. September ankündigen wird, die monatlichen Bond-Käufe von derzeit 85 Mrd. Dollar um 20 Mrd. Dollar zu reduzieren.

“Lange Zeit haben wir steigende Kurse bei Bonds und Aktien sowie höhere Wechselkurse für andere Währungen als den Dollar gesehen”, sagt Jason Brady, Fondsmanager bei Thornburg Investment Management in Santa Fe, New Mexico. “Jetzt stehen wir vor einem potenziellen Rückgang der weltweiten Konjunkturmaßnahmen, und die potenziell geringere weltweite Liquidität hat zur Folge, dass die Preise aufgrund der geringeren Fremdkapitalaufnahme sinken.”

Goldman kappt Goldpreis-Prognose erneut

Die US-Großbank Goldman Sachs hat ihre Goldpreisprognosen bis 2014 reduziert. Damit stellt sich die Bank auf weitere Verluste beim Goldpreis im Zuge der Rückführung der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed ein.

Die Bank setzte ihre Prognose für den Goldpreis zum Jahresende von zuvor 1435 Dollar auf 1300 Dollar herab und erwartet für das Jahresende 2014 statt zuvor 1270 nur noch 1050 Dollar je Feinunze.

Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um 23 Prozent gefallen und läuft damit auf das schwächste Jahr seit 1981 zu. “Die jüngsten Bewegungen des Goldpreises haben die Risiken für weitere Verluste erhöht”, hieß es von Goldman. Mittelfristig sei wegen einer Konjunkturerholung in den USA und einer weniger unterstützenden Geldpolitik mit einem weiteren Goldpreisverfall zu rechnen.

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