Die Fed beginnt ihre Anleihenkäufe zurückzuschrauben

Die Fed beginnt ihre Anleihenkäufe zurückzuschrauben

Die US-Notenbank, die Federal Reserve Bank, reduziert das Volumen ihrer monatlichen Anleihenkäufe von bisher 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar.

New York. Die US-Notenbank Fed hat am Mittwochabend beschlossen, das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe von bisher 85 Milliarden US-Dollar auf 75 Milliarden Dollar zu reduzieren. Mit der Entscheidung reagiert die Bank auf die anhaltende Erholung der US-Wirtschaft, die sie mit den Anleihenkäufen seit Mitte 2008 als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise unterstützt hat.

Die Entscheidung war von Finanzanalysten und an den Börsen bereits lange erwartet worden zumal Fed-Chef Ben Bernanke bereits vor Monaten angekündigt hatte, dass die Anleihenkäufe bis Mitte 2014 auslaufen sollen. Die Börsianer hätten zwar erhofft, dass der bisherige Kurs bis in das Jahr 2014 fortgesetzt wird, wirklich überrascht hat die am Ende der zweitägigen Ratssitzung in Washington bekennt gegebene Entscheidung der Bank allerdings niemand. Für Erleichterung sorgte, dass ist die lockere Geldpolitik der US-Notenbank damit noch keineswegs zu Ende ist. Auch dass der Leitzins auf dem bisherigen Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent bestätigt wurde wurde wohlwollend aufgenommen. Der Zinssatz soll so langte auf dem Niveau bleiben, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Aktuell liegt sie bei sieben Prozent.

Börsen drehen ins Plus

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Entscheidung. Zuletzt wurde immer wieder befürchtet, dass es wegen des nahenden Ausstiegs aus der Politik des billigen Geldes zu größeren Verwerfungen kommen könnte. Die Fed versicherte quasi als Trostpflaster, dass sie den Leitzins von derzeit nahe null Prozent auch bei einer weiteren Verbesserung am Arbeitsmarkt noch länger niedrig halten wird.

Fed-Präsident Ben Bernanke sagte bei seiner voraussichtlich letzten großen Pressekonferenz, er habe sich eng mit seiner Nachfolgerin Janet Yellen abgestimmt, der jetzigen Vize-Chefin. "Sie unterstützt die Fed-Maßnahmen voll." Der Ende Jänner scheidende Bernanke ergänzte, bei einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftslage könne die Fed bei jeder Zinssitzung das Volumen schrittweise absenken. "Das würde dann bis weit ins kommende Jahr so gehen." Experten rechnen damit, dass noch bis zu 500 Milliarden Dollar investiert werden. Das entspricht in etwa drei Prozent der Wirtschaftsleistung der USA.

Inflationsgefahr wegen Fed-Politik

Die lockere Geldpolitik hat aber auch ihre Schattenseiten. So hat Bernanke mit den enormen Geldspritzen die Fed-Bilanz auf fast vier Billionen Dollar aufgebläht. Das Gesamtvolumen der aufgekauften Wertpapiere habe die eigenen Erwartungen übertroffen, so Bernanke. Kritiker warnen, dass mit der Geldschwemme die Gefahr einer erhöhten Inflation gelegt wird. Außerdem könnte es wieder zu Preisblasen kommen. Schon die globale Finanzkrise startete 2007 mit massiven Verwerfungen am US-Immobilienmarkt.

Bisher ist die Inflation aber niedrig. Bernanke betonte, die Aussichten für die Preissteigerungen seien ein weiterer Grund dafür, dass die Fed an den Konjunkturstützen festhalte. Die Notenbank strebt einen Zielwert von zwei Prozent an, der jedoch mit 1,1 Prozent im Oktober deutlich verfehlt wurde. Die Fed rechnet zudem mit einer weiteren Entspannung am Jobmarkt. Bis Ende 2014 dürfte die Arbeitslosenquote auf 6,3 bis 6,6 Prozent fallen.

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