Die Banken an der Wall Street scheffeln wieder Milliarden

Die Banken an der Wall Street scheffeln wieder Milliarden

JP Morgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of Amerika und Morgan Stanley sind die fünf größten Banken an der Wall Street. Das Geschäft läuft mittlerweile ebenfalls wieder wie am Schnürchen und das nicht nur für sie alleine. Im Allgemeinen werden die Banken an der Wall Street für das zweite Quartal voraussichtlich einen sprunghaften Gewinnanstieg im Vergleich zum Vorjahr vorlegen. Schub kommt von rekordhohen Aktienkursen und der Emission von Hochzinsanleihen, was Handel und Investmentbankengeschäft unterstützt.

Die Erträge aus dem Handel liegen bei den fünf größten Banken wohl um 13 Prozent höher und im Investmentbankengeschäft dürfte 17 Prozent mehr verdient worden sein, schrieb Matt Burnell, Analyst bei Wells Fargo & Co. in Chicago, im Juni in einer Analyse. Das würde zwar einer Abschwächung gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres von 16 Prozent entsprechen, wäre aber der geringste prozentuale Rückgang gegenüber einem ersten Quartal seit 2009.

Zusammengezählt könnten sich die Handels- und Investmentbankenerträge der fünf größten Wall-Street-Banken - JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley - auf über 25 Milliarden Dollar summieren, schätzt Burnell. Damit würde das Ergebnis für die erste Jahreshälfte höher liegen als im Vorjahreszeitraum. Die Vergleichssumme für das erste Quartal 2013 lag bei 30,6 Milliarden Dollar, ein Rückgang um rund acht Prozent gegenüber den ersten drei Monaten 2012.

Bank-Aktien ziehen an

Die Ergebnisse haben dazu beigetragen, den Bank-Aktien die beste Kursentwicklung in einem ersten Halbjahr seit 16 Jahren zu bescheren. Der 82 Mitglieder umfassende S&P 500 Financials Index ist im zweiten Quartal um bislang 8,8 Prozent gestiegen, womit sich der Anstieg im ersten Halbjahr auf 19,8 Prozent summiert. Aktien von Morgan Stanley haben sich im zweiten Quartal um 20 Prozent verteuert, bei JPMorgan, Citigroup und Goldman Sachs ist der Kurs um jeweils mehr als elf Prozent gestiegen, bei Bank of America um rund neun Prozent.

Die Wall-Street-Banken erwarten eine Erholung im Handel, im Konsortialgeschäft und in der Beratung. Anders als in den vergangenen drei Jahren gab es diesmal im zweiten Quartal keine Störung durch weltweite Ereignisse wie etwa die europäische Schuldenkrise. Nach einem vielversprechenden Jahresbeginn hatten solche Störungen ein schwächeres zweites Halbjahr eingeläutet.

Analysten dürften Prognosen nach oben revidieren

“Das Ausbleiben eines großen negativen Ereignisses ist definitiv hilfreich. Aber darüber hinaus gab es im April und Mai auch mehr Optimismus”, sagt Richard Staite, Analyst in London bei Atlantic Equities. “Viele Analysten werden ihre Prognosen revidieren, wenn wir uns dem Ende des zweiten Quartals nähern - und ich denke, sie werden die Zahlen nach oben revidieren”, fügt er an.

Die Handelserträge erreichen typischerweise in einem ersten Quartal ihren Höchstwert, da die Unternehmen zu Jahresbeginn verstärkt Anleihen auflegen. Das gibt dem Geschäft der Banken mit Festverzinslichen Schub. Matt O’Connor, Analyst bei der Deutsche Bank in New York, schätzt, dass die Handels- und Investmentbankenerträge gegenüber dem ersten Quartal um zehn bis 15 Prozent niedriger ausfallen werden. Normal ist ein Rückgang um 20 Prozent.

S&P 500 auf Rekordniveau und das Handelsvolumen bei Hochzinsanleihen so hoch wie zuletzt vor der Finanzkrise

In diesem Jahr kletterten die Kurse europäischer Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit mehr als drei Jahren, nachdem im März eine Rettung für Zypern vereinbart wurde. Das US-Börsenbarometer Standard & Poor’s 500 Index verzeichnete am 22. Mai einen Rekordstand. Das tägliche Handelsvolumen bei Hochzinsanleihen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent und kam auf das höchste Volumen seit der Finanzkrise, wie aus Daten von Trace, dem Berichtssystem der Aufsichtsbehörde Financial Industry Regulatory Authority hervorgeht.

Das Underwriting-Volumen der Banken bei Hochzinsanleihen kam im zweiten Quartal auf bislang 116 Milliarden Dollar, womit das Volumen seit Jahresbeginn 268,7 Milliarden Dollar erreichte. Das ist das höchste Halbjahresvolumen aller Zeiten.

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