Deutsche Telekom vor Verkauf von Scout24

Deutsche Telekom vor Verkauf von Scout24

Der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman wolle für rund 1,4 Milliarden Euro 70 Prozent an der Internet-Anzeigengruppe übernehmen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. "Die Transaktion könnte in den nächsten Tagen angekündigt werden, aber noch ist nichts unterzeichnet", betonte einer der Insider.

Scout24 werde mit rund zwei Milliarden Euro bewertet. Das entspricht Finanzkreisen zufolge dem 20-Fachen des operativen Gewinns, was deutlich über dem Branchenschnitt liegt. Private-Equity-Häuser finanzieren einen Großteil ihrer Übernahmen mit Schulden, die sie dann den gekauften Firmen aufbürden.

Die Telekom und Hellman & Friedman lehnten eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Einem Insider zufolge soll sich noch an diesem Mittwoch der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns mit dem Verkauf beschäftigen. Sollte ein Deal zustandekommen, wäre dies eine der größten Übernahmen durch ein Private-Equity-Haus in Deutschland in diesem Jahr.

Die Telekom kann die Finanzmittel aus dem Scout24-Verkauf gut gebrauchen. Mit dem frischen Geld soll unter anderem ein Teil des Netzausbaus in Deutschland und den USA finanziert werden, der Milliarden verschlingt. Allerdings dürfte aus strategischer Perspektive die Entscheidung zur Trennung nicht leicht gefallen sein. Denn Internetgeschäfte wie Scout24 sollten eigentlich dazu beitragen, die Umsatzdelle im alten Telefongeschäft auszugleichen. Zu der Scout-Gruppe gehören die Anzeigenseiten Immoscout24, Autoscout24, TravelScout24 sowie Friendscout24.

Ins Schaufenster wurde die Anzeigengruppe schon vor einiger Zeit gestellt, vor allem Finanzinvestoren waren interessiert, weil das Unternehmen stabile Einnahmen verspricht. Nach Reuters-Informationen waren neben Hellman & Friedman auch die Investoren EQT und Silverlake im Rennen. Axel Springer hatte sich wegen der vergleichsweise hohen Kaufsumme Anfang September zurückgezogen. Die Bankhäuser Goldman Sachs und Jefferies organisieren den Verkauf.

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