Deutsche Post: Online-Handel schiebt Gewinne an

Deutsche Post: Online-Handel schiebt Gewinne an

Während die US-Konzerne UPS und Fedex und die niederländische TNT unter der Krise ächzen und Gewinneinbußen beklagen, klingeln bei dem Bonner Konzern die Kassen. Deutsche Post-Chef Frank Appel hob am Dienstag sogar das operative Gewinnziel für 2013 um 50 Millionen Euro an und bekräftigte seine mittelfristigen Wachstumsziele.

"Unsere Stärke im internationalen Exportgeschäft und im deutschen Paketmarkt hat sich in den letzten Monaten einmal mehr ausgezahlt", erklärte Appel. Finanzvorstand Larry Rosen betonte: "Wir haben es geschafft, schneller als der Markt zu wachsen."

Als Grund nannte Rosen neben Investitionen in Wachstumsfelder den verbesserten Kundenservice. Die Post profitiere zudem vom florierenden Onlinehandel, der dem Paketgeschäft Auftrieb verleiht. Aber auch die seit Jahresbeginn geltenden Portoerhöhungen seien hilfreich. Die weltweite Wirtschaftsflaute machte sich indes im Speditionsgeschäft und bei der Luft- und Seefracht bemerkbar. Hier verbuchte die Post Einbußen. Lahmt die Wirtschaft, verzichten viele Kunden etwa auf teure Sendungen per Luftfracht und wählen die günstigere Seefracht - oder verzichten ganz darauf, Güter zu verschicken.

An der Börse konnte der Logistikriese seine Anleger begeistern: Mit einem Kurssprung von knapp fünf Prozent auf 22,35 Euro markierten die Titel nicht nur ein Fünf-Jahres-Hoch, sondern führten zudem mit Abstand die Gewinnerliste im Dax an. "Die Titel sind der Sonnenschein heute", sagte ein Börsianer. "Die Post ist nach unserer Ansicht gut positioniert und ihre langfristigen Wachstumsaussichten sind attraktiv", kommentierte DZ-Bank-Experte Dirk Schlamp und bestätigte seine Kaufempfehlung.

EBIT-Prognose angehoben

Vorstandschef Appel hob nach einem teils kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal seine Jahresprognose leicht an und bekräftigte seine mittelfristigen Ziele. In diesem Jahr peilt er einen operativen Gewinn (Ebit) zwischen 2,75 und drei Milliarden Euro an, 50 Millionen Euro mehr als bislang avisiert. Als eine Begründung für die besseren Aussichten nannte Appel die Auflösung einer Rückstellung im Brief-Bereich. 2012 hatte der Konzern ein Ebit von 2,665 Milliarden Euro verbucht. Bis 2015 will Appel das Ebit auf 3,35 Milliarden bis 3,55 Milliarden Euro steigern.

Auflösung von Rückstellungen hilft

Im zweiten Quartal stieg das Ebit um 14 Prozent auf 619 Millionen Euro. Netto schnellte das Ergebnis auf 422 Millionen Euro von 196 Millionen vor Jahresfrist und übertraf damit die Markterwartungen. Analysten hatten mit einem Überschuss von 378 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr hatten Einmaleffekte das Ergebnis geschmälert. Der Umsatz schrumpfte aufgrund von Währungseffekten um 0,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Bereinigt wäre er um knapp zwei Prozent gestiegen.

"Wir haben unter schwierigen Bedingungen unsere Profitabilität weiter verbessert", betonte Finanzvorstand Rosen. Von der ursprünglich erwarteten Erholung der Weltwirtschaft sei zwar noch nichts spürbar. "Aber wir haben uns in den vergangenen Monaten auf diese Situation vorbereitet." So will der Konzern wegen des boomenden Online-Handels 20.000 neue Paketannahmestellen schaffen und würde damit über mehr als 50.000 Paketshops verfügen. Wachstumspotenzial sieht das Management zudem im Fernbus-Markt, beim E-Post-Brief oder Online-Einkauf in Supermärkten.

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