Deutsche hoffen, Inder schaffen es: Rekordhoch in Mumbai

Deutsche hoffen, Inder schaffen es: Rekordhoch in Mumbai

So nah, und doch so fern: Der Dax will die 10.000 Punkte einfach nicht erreichen. Am anderen Ende der Welt werden indes Kursfeuerwerke gefeiert. Der Grund: Indiens neuer Premierminister Narendra Modi.

Deutsche Aktionäre strecken sich verzweifelt nach den 10.000 Punkten – jene magische Marke, die für den Leitindex Dax so greifbar schien, aber einfach nicht erreicht werden will. Am anderen Ende der Welt feiert indes der indische Leitindex BSE Sensex ein Kursfeuerwerk: Am Dienstag schloss er erneut auf einem Rekordhoch von 24.858,59 Punkten; der breiter gefasste NSE -Index markierte mit 7415,85 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke.

Für Kursgewinne unter den Einzeltiteln sorgten vor allem die deutlichen Aufschläge von Stahltiteln wie Tata Steel und Sesa Sterlite, die sich jeweils um mehr als sechs Prozent verteuerten. Außerdem sorgten Konjunkturdaten aus dem nördlichen Nachbarland für gute Stimmung: Die chinesische Industrie zeigte zuletzt weitere Anzeichen einer Erholung; der endgültige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC und des Forschungsinstituts Markit stieg im Mai auf 49,4 Punkte nach 48,1 Punkten im April.

Modi beflügelt die Börsen

Doch der Höhenflug der indischen Börse dauert bereits länger an, seit Jahresbeginn ist der Leitindex um 17 Prozent gestiegen. Als Grund dafür finden Beobachter schnell einen Mann aus dem wirtschaftlich vorbildlichen Staat Gujarat: Narendra Modi, Indiens neuer Premierminister, versprach seinen Wählern wirtschaftlichen Aufschwung – und allein die Vorfreude darauf ließen den BSE ansteigen. Seit Modi im September 2013 seine Spitzenkandidatur verkündete, stieg der Wert indischer Aktien um mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Als sich schließlich sein Sieg abzeichnete, gewann der Leitindex Sensex zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent.
Nun erwartet die Bevölkerung von Modi, dass er Indiens hohe Teuerung in den Griff bekommt und der Wirtschaft neuen Antrieb verleiht: Heuer soll die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt um sechs Prozent wachsen – das klingt nach viel, ist aber der niedrigste Wert seit 2009. Dabei ist nämlich auch zu bedenken, dass Indien von einem deutlich niedrigeren Niveau startet als westliche Industrienationen: Das BIP lag 2013 bei 1,8 Billionen Dollar, während das deutlich kleinere Deutschland auf 3,4 Billionen Dollar kam. Auch profitieren nicht alle Inder vom Wachstum: Zwar ist die Mittelklasse inzwischen auf rund 600 Millionen Menschen angewachsen; es leben aber nach wie vor viele Menschen in Armut.

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