Deutsche Börse warnt vor Tempolimit

Deutsche Börse warnt vor Tempolimit

Regulierung des Hochfrequenzhandels in Europa hat nach Ansicht der Deutschen Börse Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft - es käme zu Mehrkosten für Anleger und Realwirtschaft, heißt es.

Die geplante Regulierung des Hochfrequenzhandels in Europa hätte aus Sicht der Deutsche Börse verheerende Auswirkungen für Investoren und Unternehmen. Große Sorge bereitet dem Konzern vor allem die Forderung, dass ein Handelsauftrag mindestens 0,5 Sekunden im System eingestellt werden soll. "Die Liquidität würde dadurch sinken, die Spreads steigen, mit entsprechenden Mehrkosten für Anleger und Realwirtschaft", sagte der zuständige Börsen-Manager Stefan Mai am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Auswirkungen für den Handel an europäischen Börsen wären problematisch." Quantifizieren ließen sich die Belastungen derzeit allerdings noch nicht.

Experten gehen davon aus, dass eine Mindesthaltedauer vielen Hochfrequenzhändlern in Europa die Geschäftsgrundlage entziehen würde. Da einige Hochfrequenzhändler als "Market Maker" dazu beitragen, dass die Liquidität am Markt hoch ist und der Abstand zwischen Angebots- und Nachfragepreis (Spreads) gering, wären davon auch Kleinanleger und andere Investoren betroffen.

Okay vom Plenum fehlt

Der zuständige Ausschuss des Europäischen Parlaments hat die Pläne zur Einführung der Mindesthaltedauer am Nachmittag einstimmig beschlossen, sie sollen auch noch vom gesamten Plenum abgesegnet werden. Ob sich das Parlament damit durchsetzen kann, wird sich in den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten zeigen, die noch in diesem Herbst beginnen sollen. Die EU-Richtlinie Mifid II, die sich unter anderem mit der Regulierung des Hochfrequenzhandels beschäftigt, soll ab 2014 gelten.

Positiv sieht die Deutsche Börse dagegen die EU-Vorschläge zur Verlagerung von außerbörslichen Derivate-Geschäften (OTC) auf regulierte Handelsplattformen. "Dadurch wird die Sicherheit und Transparenz des Systems erhöht", sagte Mai. "Die heutigen Beschlüsse ergänzen damit die Emir-Verordnung, die die zwingende Verrechnung von außerbörslichen Derivate-Geschäften über Clearing-Häuser regelt."

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