Deutsche und russische Börse vereinbaren strategische Allianz

Deutsche und russische Börse vereinbaren strategische Allianz

Beide Konzerne vereinbarten am Freitag in Moskau eine strategische Kooperation und einen umfangreichen Informationsaustausch. "Die vereinbarte weitere Vertiefung unserer Beziehung ist ein logischer und begrüßenswerter Schritt und darüber hinaus Teil unserer Wachstumsstrategie", sagte Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni.

Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im Beisein von Russlands Präsident Wladimir Putin und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnet.

Die Deutsche Börse hofft darauf, dass russische Unternehmen dank der Kooperation künftig in Frankfurt und nicht in London an die Börse gehen. Zudem sollen sich russische Handelsteilnehmer ans Handelsnetz der Deutschen Börse anschließen. Francioni hat nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse Anfang 2012 angekündigt, die Expansion in Schwellenländer voranzutreiben und neue Kundenschichten zu erschließen. Nach mehreren kleineren Vereinbarungen in Asien und Südamerika ist das Abkommen mit der Moscow Exchange für die Frankfurter ein vergleichsweise großer Schritt.

Integration Russlands in das internationale Finanzsystem

Die russische Regierung will Moskau zu einem bedeutenden internationalen Finanzzentrum ausbauen und benötigt dazu eine moderne Handelsinfrastruktur. Die Deutsche Börse wird ihrem Pendant in Moskau nun dabei helfen, ein ähnliches integriertes System wie in Frankfurt auszubauen - mit dem Handel, der Abwicklung und der Verwahrung von Wertpapieren.

"Die Partnerschaft zwischen der Moscow Exchange und der Deutschen Börse wird die Integration Russlands in das internationale Finanzsystem vertiefen", sagte Alexander Afanasjew, der Vorstandsvorsitzende der Moscow Exchange. "Sie wird komfortable Bedingungen für ausländische Investoren schaffen, die auf den russischen Markt zugreifen wollen, unsere Wirtschaft stärken und bei der Entstehung des internationalen Finanzplatzes Moskau helfen."

Die Gespräche zwischen der Frankfurter und der Moskauer Börse laufen bereits seit Jahren. Die nun am Rande der deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Moskau unterzeichnete Vereinbarung ist eine Art Zwischenergebnis. Zum konkreten Zeitplan und möglichen Ergebnisauswirkungen äußerten sich beide Konzerne noch nicht.

Auch Siemens bahnte im Rahmen des Merkel-Besuchs in Moskau milliardenschwere Geschäfte an. Der Konzern will unter anderem 675 Elektro-Lokomotiven an die russische Staatsbahn RZD liefen.

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