Deutsche Bank droht Sammelklage wegen US-Hypotheken

Deutsche Bank droht Sammelklage wegen US-Hypotheken

Die Deutsche Bank wird in den USA ein weiteres Mal von ihrer Vergangenheit eingeholt: Wegen zwielichtiger Hypothekengeschäfte droht ihr dort ein langwieriger Prozess.

Ein Bezirksgericht im New Yorker Stadtteil Manhattan ließ eine Klage verprellter Aktionäre zu, wie in der Nacht zum Donnerstag bekannt wurde. Die Anleger, die eine Sammelklage anstreben, werfen der Bank vor, ihre Gewinne bewusst auf Kosten der Anteilseigner maximiert und Risiken aus verbrieften Hypothekenpapieren verschwiegen zu haben. Die Vorwürfe richten sich auch direkt gegen mehrere Manager von Deutschlands größtem Geldhaus, darunter den früheren Vorstandschef Josef Ackermann.

Die Klage war bereits 2011 eingereicht worden. Die Deutsche Bank, die die Vorwürfe zurückweist, hatte gehofft, um eine gerichtliche Auseinandersetzung herumzukommen. Doch Bezirksrichterin Katherine Forrest erklärte nun: "Die Kläger haben ausreichend plausible Vorwürfe vorgebracht, die den Vorwurf gegen die Deutsche Bank stützen, dass es sich um ein betrügerisches System handelte." Ein Banksprecher erklärte, das Institut werde sich weiter zur Wehr setzen.

Seit der Finanzkrise stapeln sich bei der Deutschen Bank die Hypothekenklagen. Immer wieder heißt es von verärgerten Investoren, die Bank habe faule US-Immobilienkredite in hochkomplexe Wertpapiere verbrieft und mit deren Verkauf in den Boomzeiten viel Geld verdient - während die Investoren auf den Verlusten sitzenblieben, als der amerikanische Häusermarkt kollabierte. In der aktuellen Klageschrift taucht insbesondere der Deutsche-Bank-Händler Greg Lippmann auf, dem vorgeworfen wird, gegen dieselben Hypothekenpapiere, die Investoren als sicher verkauft wurden, im großen Stil gewettet zu haben.

Zu den Klägern zählen mächtige Großinvestoren wie US-Pensionsfonds. Sie werfen der Bank auch vor, ihre Risikomanagement-Vorschriften missachtet und faule Kredite zu spät abgeschrieben zu haben. Die Kläger stützen ihre Ansprüche auf den Kursrutsch der Deutsche-Bank-Aktie während der Finanzkrise. Sie sei von fast 160 Dollar im Mai 2007 auf 21 Dollar im Januar 2009 gefallen.

Um wieviel Geld es in der Klage geht, blieb zunächst offen. Die Deutsche Bank hatte ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten unlängst auf 2,4 Milliarden Euro hochgeschraubt und dies auch mit Altlasten aus dem US-Hypothekengeschäft begründet. Das schlägt auf den Gewinn durch: Unter dem Strich blieben 2012 nur noch 291 Millionen Euro übrig.

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