Deutsche Bank verscherzt es sich mit seinen Anleihe-Investoren

Deutsche Bank verscherzt es sich mit seinen Anleihe-Investoren

Das könne sich für die Deutsche Bank rächen, wenn sie wie geplant bis zu sechs Milliarden Euro an Hybridkapital einsammeln will, um die Kapitalanforderungen in den USA zu erfüllen, sagten Marktteilnehmer dem Informationsdienst IFR, einer Tochter von Thomson Reuters.

"Ich kann nicht verstehen, weshalb ein Emittent Investoren auf eine solche Weise verärgert, wenn das wahrscheinlich seine künftigen Kapitalkosten beeinflusst", sagte ein Kapitalmarkt-Experte in London. Dabei hat die Deutsche Bank in Kreisen dieser Investoren ohnehin einen schlechten Ruf. Sie hatte 2008 - als erste europäische Großbank überhaupt - eine Nachranganleihe (Tier-2) nicht bei erster Gelegenheit zurückgekauft.

Das haben sich einige Anleger bis heute gemerkt. Anfang des Jahres hatte sie auf einen ähnlichen Bond nach Schätzungen von Bankern 25 bis 37,5 Basispunkte mehr zahlen müssen, weil die Investoren das Risiko einkalkulierten, dass sie auf den Papieren bis zum Ende der Laufzeit sitzen bleiben. "Man darf alles nicht so ernst nehmen, was die Deutsche Bank mit einem Rückkauftermin versieht", sagte ein Portfolio-Manager. "Die Deutsche Bank ist eine der wenigen Banken von Rang und Namen in Europa, die dafür bekannt ist, dass sie die Rückkauf-Entscheidungen ausschließlich nach ökonomischen Erwägungen trifft", sagte ein hochrangiger Portfolio-Manager.

Tier-1-Anleihen zählen zwar nach den künftigen Regeln von Basel III nicht mehr zum harten Kernkapital, sondern als erstrangige Verbindlichkeiten. Für die Bank könne es trotzdem vernünftig sein, daran vorerst festzuhalten, sagte RBS-Analyst Alberto Gallo. Denn sie schütze damit Investoren in andere vorrangige Papiere davor, bei einer Krise einen Schuldenschnitt hinnehmen zu müssen.

Die betroffene Tier-1-Anleihe mit einem Zins von 5,33 Prozent ging nach der Nachricht deutlich in die Knie: Sie sank auf unter 90 von 93 Prozent, am Mittwoch lag sie wieder bei 91,75.

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