Der Porsche-Konzern – aufgeteilt und verwoben mit dem VW-Reich

Die deutsche Sportwagenschmiede Porsche ist für Fahrzeuge wie den 911 weltbekannt und gilt als der profitabelste größere Automobilhersteller der Welt.

Das Geschäft mit den Autos ist in der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, kurz Porsche AG, gebündelt: von Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zu Werbung oder Personalgewinnung. An den Zahlen der Porsche AG lässt sich ablesen, wie Porsche im reinen Automarkt unterwegs ist. Seit August 2012 gehört die Porsche AG komplett zum Volkswagen-Konzern, der 2009 in einem ersten Schritt bereits knapp die Hälfte übernommen hatte.

Vor dieser Komplettübernahme stand die Porsche AG unter dem Dach der Porsche Automobil Holding SE, kurz Porsche SE oder PSE. SE steht für Aktiengesellschaft (AG) auf Europaebene (Societas Europaea, SE).

Dieser Konzern-Überbau hielt bis zum August 2012 die Mehrheit an der Porsche AG und besitzt seither auch weiterhin gut 50 Prozent der stimmberechtigten und damit strategisch bedeutsamen VW-Stammaktien.

Der Börsenwert dieser PSE-Anteile bei VW war mit Stand Ende 2012 gut 20 Milliarden Euro wert. Nach dem Komplettverkauf ihrer Porsche AG war die PSE weitgehend schuldenfrei, profitierte aber fortan nur noch indirekt vom Sportwagengeschäft in Stuttgart-Zuffenhausen. Als Wert blieben in der Holdinghülle PSE die Dividendenansprüche der Anteile bei VW, zu deren Geschäft Porsche nun 100-prozentig gehörte.

Mit den Wolfsburgern ist Porsche seit jeher eng verzahnt - Ferdinand und Ferry Porsche konstruierten etwa den ersten Volkswagen, den Käfer. Er brachte VW den Durchbruch und weltweite Bekanntheit.

Grund für die komplizierte Verquickung von Porsche AG, PSE und VW ist der misslungene Versuch der Schwaben, VW zu übernehmen. Am Ende hatte die PSE rund 11,4 Milliarden Euro Schulden - und VW wurde zur letzten Rettung. Doch milliardenschwere Klagen von Investoren und steuerliche Hürden machten die Fusionspläne zur Hängepartie. Anleger fühlten sich rückblickend in den Übernahmeturbulenzen fehlinformiert. Ein Kniff im Steuergesetz ermöglichte die Porsche-Komplettübernahme im Sommer 2012 dann doch. Die Klagen blieben als Risiko bei der PSE.