Credit Suisse verspricht Aktionären schwarze Zahlen

Credit Suisse verspricht Aktionären schwarze Zahlen

Die Großbank Credit Suisse hat ihren durch kräftige Kursrückgänge gebeutelten Aktionären für das zweite Quartal schwarze Zahlen versprochen.

Zwar gingen Analysten trotz der jüngsten Marktturbulenzen bisher nicht davon aus, dass die zweitgrößte Schweizer Bank im ganzen Konzern oder im Investmentbanking in die Verlustzone gerutscht sein könnte. Die Bank sah sich nach Angaben vom Freitag aber durch "die heutige Medienberichterstattung" zu der Mitteilung veranlasst, "dass sie auf Grundlage der heute verfügbaren Informationen zum Quartalsergebnis erwartet, auf Gruppenstufe und in allen Divisionen profitabel zu sein".

Zwar habe im Markt niemand wirklich mit einem Quartalsverlust bei Credit Suisse gerechnet, sagte ein Aktienhändler in Zürich. "Aber gut ist es schon, dass man das jetzt sicher weiß", sagte er weiter. Den Quartalsbericht will die Bank am 26. Juli vorlegen. Von Thomson Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Gewinn von rund 550 Millionen Franken.

Der in Zürich erscheinende "Tages-Anzeiger" hatte in seiner Freitagausgabe berichtet, die Bank habe im zweiten Quartal dank Kostensenkungen und dem Abbau von Risikopositionen seit Jahresanfang im zweiten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Große Gewinne seien im jetzigen Umfeld aber auch nicht angefallen, hieß es in dem Bericht ohne Angaben von Quellen weiter.

Ungewöhnlicher Schritt

Dass eine Bank auf Marktgerüchte reagiere, sei schon ungewöhnlich, erklärte Nomura-Analyst Jon Peace. Möglicherweise verhandele die Bank über die Emission neuer Pflichtwandelanleihen, um ihre Eigenkapital schneller als geplant zu erhöhen und habe deshalb ihre Profitabilität öffentlich betonen wollen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte vor zwei Wochen die nach SNB-Einschätzung unterdurchschnittliche Kapitalausstattung der Bank mit ungewohnt deutlichen Worten kritisiert und Verbesserungen noch in diesem Jahr durch den Verzicht auf Dividenden und möglicherweise durch eine Kapitalerhöhung gefordert. Die Aktie hatte daraufhin zu einer Talfahrt angesetzt und am Donnerstag eine neues 20-Jahres-Tief erreicht.

Um den Forderungen der SNB nachzukommen und eine höhere Eigenkapitalquote zu erreichen, kann Credit Suisse neben einem Verzicht auf Dividenden und ihre Bilanzrisiken (RWA) abbauen. Das wäre aber wohl mit Verlusten verbunden. Infrage käme nach Ansicht von Analysten auch Hilfe von zwei Großaktionären. Der Staatsfonds Katars und die von Saudi-Arabien aus operierende Olayan Gruppe könnten eine für 2013 vereinbarte Pflichtwandelanleihe (Coco Bonds) von rund sechs Milliarden Franken schon dieses Jahr zeichnen. Laut "Tages-Anzeiger" sind die nahöstlichen Investoren einem solchen Schritt nicht grundsätzlich abgeneigt. Credit Suisse wollte sich dazu nicht äußern.

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