"Conti kommt sicher wieder in den DAX"

"Conti kommt sicher wieder in den DAX"

Zugleich scheint inzwischen auch ein Aufstieg des Chemieunternehmens Lanxess aus dem MDAX in den Leitindex recht sicher.

"Mit jedem Tag erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit", sagen Index-Experten übereinstimmend. Zugleich dürften MAN und Metro dann in den Index der mittelgroßen Werte absteigen.

Außerdem werden weitere Änderungen im MDAX und auch ein Austausch im TecDAX erwartet. Die Deutsche Börse wird ihre Entscheidung auf Basis ihrer August-Rangliste am Mittwochabend, 5. September, bekanntgeben. Entscheidungskriterien sind der Börsenwert der frei am Markt handelbaren Aktien (Streubesitz) sowie der Börsenumsatz. Umgesetzt werden die Beschlüsse zum Montag, 24. September.

Sagenhafte Kurs-Rally der Conti-Titel

"Conti kommt sicher wieder in den DAX", sind die beiden Index-Experten Uwe Streich von der LBBW und Silke Schlünsen von Close Brothers Seydler Bank überzeugt. Wegen des überraschenden Übernahmevorstoßes durch Konkurrent Schaeffler waren die Titel des Autozulieferers im Dezember 2008 zusammen mit der Hypo Real Estate (HRE) aus dem DAX ausgeschieden und im MDAX gelandet. Die folgende Erholung verlief fast so rasant wie der Kurssturz zuvor: Seit dem Tief bei knapp über 10 Euro Anfang 2009, erholten sie sich bis heute wieder um sagenhafte 700 Prozent.

Lanxess dürfte sich zudem nun auch einen Platz in der ersten Börsenliga gesichert haben. Metro und MAN kämen dann in den MDAX. Metro dürften vor allem wegen der stark unterdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung in diesem Jahr nicht mehr zu den 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen zählen. Eine Überraschung könnte es allenfalls geben, falls sich in letzter Zeit, quasi unbemerkt, der Streubesitz der Metro-Stammaktien erhöht hat. "Sollte er von zuletzt 40 Prozent auf rund 43 Prozent gestiegen sein, dann würde Metro im DAX bleiben und Lanxess müsste weiter warten", sagte Streich. Bei MAN sank vor allem der Streubesitz nach den Zukäufen durch den VW-Konzern stark, so dass es für einen Verbleib im Leitindex nicht mehr reichen dürfte.

Mit Blick auf das Gewicht der einzelnen Aktien im DAX wird zudem wohl das der Linde-Aktie nach der Neu-Verkettung im September steigen. Die Experten der BNP Paribas rechnen mit einem Anstieg von 3,7 auf dann 3,9 Prozent. Hintergrund ist die im Juli erfolge Erhöhung des Grundkapitals des Industriegase-Konzerns zur Finanzierung der Lincare-Übernahme.

Deutz und Gigaset vor dem Abstieg

Im MDAX sind den Index-Experten zufolge zudem die Tage für den Motorenbauer Deutz gezählt. Grund ist der Kursverfall der Aktie seit Anfang Mai, der durch schwache Zahlen im ersten und zweiten Quartal sowie die gekappten Jahresziele noch verstärkt wurde. "Deutz wird mit TAG Immobilien den Platz tauschen und in den SDAX absteigen", hat Schlünsen ermittelt. Streich sieht dies genauso.

Im TecDAX stehen die Aktien des Telefonherstellers Gigaset, der ehemaligen Arques Industries, vor dem Abstieg. Während Streich dafür den Lasertech-Spezialisten LPKF Laser in den Technologie-Index einziehen sieht, rechnet Silke Schlünsen mit einer erneuten Aufnahme von BB Biotech. "Die in der Schweiz erstnotierte Aktie erfüllt wieder alle Aufnahme-Kriterien, also auch die Sonderregel, dass drei Monate hintereinander mindestens 33 Prozent des Börsenumsatzes in Deutschland stattfinden muss", so die Expertin. Kritisch im TecDAX sehen Streich und seine Kollegin von CB Seydler zudem auch die Situation für Singulus. Schlünsen rechnet daher mit einem zweiten Austausch und sieht dann ebenfalls LPKF Laser aufsteigen.

Praktiker fliegt womöglich aus dem SDAX

Aus dem SDAX könnte ihrer Ansicht nach zudem Praktiker herausfallen und dafür SMT Scharf hineinkommen. "Das hängt aber von der Deutschen Börse ab, denn zwingend ist ein Austausch zurzeit nicht mehr", sagt Schlünsen.

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