Commerzbank bringt Wertpapiergeschäft in Schwung und zieht damit Kunden an

Commerzbank bringt Wertpapiergeschäft in Schwung und zieht damit Kunden an

"Wir sind gefühlt drei Monate schneller als wir gedacht hatten", sagte Bereichsvorstand Michael Mandel am Donnerstag in Frankfurt. Die Commerzbank gewinne jede Woche netto 3300 Kunden hinzu. Von Januar bis Mai seien es insgesamt 59.000 gewesen, 19.000 mehr als im Jahr zuvor.

Auch die Zahl der Konten steige wieder. "Wer das Girokonto hat, hat den Kunden", sagte Mandel. Jeder der bis 2016 erhofften zwölf Millionen Privatkunden soll der Commerzbank 320 (2012: 290) Euro Ertrag bringen, so dass die Sparte trotz der anhaltenden Niedrigzinsen auf einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro käme. Mandel bekräftigte die Ziele.

Trotz der steigenden Kundenzahlen habe der Bruttoertrag in der Sparte bis Ende Mai bei 1,43 Milliarden Euro stagniert. Zurzeit liege der Ertrag pro Kunde knapp über 300 Euro pro Jahr. "Wir kämpfen auf der Einlagenseite weiterhin mit den niedrigen Zinserträgen", sagte Mandel. Zudem dauere es mindestens ein halbes Jahr, bis ein neuer Kunde auch Erträge bringe. Er kann bei der Commerzbank künftig aus vier Konto-Modellen auswählen. Neben dem kostenlosen Standard-Girokonto mit 50 Euro Startguthaben gibt es ein "Premium-Konto", das für 9,90 Euro im Monat unter anderem kostenlose Bargeld-Abhebungen bei allen Banken im In- und Ausland einschließt.

Wertpapiergeschäft mit Privatkunden soll in Schwung gebracht werden

Nun will die Bank ihr Wertpapiergeschäft mit Privatkunden in Schwung bringen. Sie hofft auf die Unzufriedenheit vieler Kunden mit den Renditen auf festverzinsliche Papiere. "Die Menschen in Deutschland müssen mehr für Wertpapiere ausgeben", sagte Mandel. Hier bietet die Commerzbank vier Varianten an. Am billigsten ist das "DirektDepot", bei dem die Kunden wie bei einer Direktbank ohne Beratung auskommen müssen. "Damit werden wir kaum noch - oder gar keine - Kunden mehr an Direktbanken verlieren", sagte Mandel. Die Palette reicht bis hin zum "PremiumDepot", das Mandel als "Einstieg in die Honorarberatung" bezeichnete.

Kunden, die mehr als 50.000 Euro anlegen, zahlen dafür eine Pauschale von 1,45 Prozent des Depotvolumens im Jahr, mindestens aber 145 Euro im Quartal. Alle Gebühren und Transaktionskosten sind dann inklusive, Bestandsprovisionen kassiert die Bank aber weiter von den Produktanbietern. Zum Start in München hätten 250 Kunden mit einem Depotvolumen von 30 Millionen Euro binnen drei Wochen angebissen, sagte Mandel. Ab September gibt es das Modell bundesweit. Dass sich reine Honorarberatung durchsetzen wird, glaubt Mandel nicht. Er übte scharfe Kritik an der Politik, die darauf drängt: "Da sucht man Lösungen für Probleme, die die Kunden gar nicht haben."

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