Commerzbank-Übernahmefantasien ...

Commerzbank-Übernahmefantasien ...

In einem "Handelsblatt"-Interview (Mittwochausgabe) sagte der Politiker, er könne sich eine Übernahme der Commerzbank durch ein anderes Institut durchaus vorstellen. "Grundsätzlich ist das denkbar. Bei einer europäischen Variante kommt es auf den Partner an."

Zuletzt war in Medienberichten immer wieder die Schweizer UBS als potenzieller Käufer genannt worden. Doch für Rentsch sind die Überlegungen im Moment ohnehin noch zu früh. "Das Wichtigste ist, dass die Bank die Ertragswende schafft - ob mit oder ohne Partner. Über den Berg ist sie heute sicher noch nicht angesichts der Altlasten." Vorstandschef Martin Blessing sei der richtige Mann, um die Sanierung zu Ende zu bringen.

Die Commerzbank hatte sich mitten in der Finanzkrise mit der Übernahme der Dresdner Bank verhoben und musste vom Bund aufgefangen werden. Noch immer hält der Staat einen Anteil von 17 Prozent an dem Institut. Ein Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt würde dem Steuerzahler Verluste einbrocken. Dennoch wird an der Börse seit Wochen heftig darüber spekuliert, wie es mit der Commerzbank nach der Bundestagswahl weitergehen könnte. Die Äußerungen von Rentsch beflügelten die Commerzbank-Aktie am Mittwoch abermals: Das Papier verteuerte sich um zwei Prozent auf 8,61 Euro und war damit zweitgrößter Gewinner im Dax.

Eine Übernahme durch eine andere Bank scheint in Berlin zumindest durchgespielt zu werden, auch wenn sich das Finanzministerium dazu bedeckt hält. So hatte das "Manager Magazin" in der vergangenen Woche berichtet, die Regierung wolle die Beteiligung an der Commerzbank nicht schrittweise über die Börse verkaufen, sondern lieber im Paket an einen strategischen Investor veräußern. Neben der UBS werden immer wieder auch die französische BNP Paribas und die spanische Santander als Interessenten gehandelt. Sie sind expansionshungrig und liebäugeln vor allem mit dem Mittelstandsgeschäft der Commerzbank.

Andererseits könnten die großen Altlasten in der Staats-, Immobilien- und Schiffsfinanzierung Interessenten abschrecken: Das Volumen der internen "Bad Bank", in der das Nicht-Kerngeschäft gebündelt ist, beläuft sich noch auf 136 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2016 soll es auf weniger als 90 Milliarden abschmelzen - über wertschonende Verkäufe und Fälligkeiten. Bis dahin aber ist es großen Schwankungen ausgesetzt - je nachdem, wie sich die jeweiligen Märkte entwickeln.

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