Commerzbank zahlt zehn Milliarden Euro an die EZB zurück

Commerzbank zahlt zehn Milliarden Euro an die EZB zurück

Die Nummer zwei unter den deutschen Banken nutzte am Mittwoch die erste Gelegenheit, das vor einem Jahr billig von der EZB geliehene Geld zurückzuzahlen.

Die Commerzbank gab zehn Milliarden Euro zurück, die sie sich in dem ersten von zwei Dreijahrestendern hatte zuteilen lassen. Das Geld hatte sich der zur Commerzbank gehörende Immobilienfinanzierer Eurohypo (jetzt Hypothekenbank Frankfurt) besorgt. Bei der zweiten Zuteilung hatte sich die Commerzbank weitere sechs Milliarden Euro geholt. Ob und wann sie dieses Geld zurückzahlen will, mit dem sie ihre spanische Tochter alimentiert hatte, ließ sie auch am Mittwoch offen. Theoretisch hätte sie dafür noch zwei Jahre Zeit.

Die EZB hatte mit dem billigen Geld versucht, Liquiditätsengpässe zu beiseitigen, weil der Geldmarkt in der Schuldenkrise ausgetrocknet war. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt. Und die Commerzbank braucht das Geld nicht mehr, weil sie ihre Portfolien in der Immobilien- und Schiffsfinanzierung weiter abgebaut hat und sich am Markt billiger Geld beschaffen kann. Der EZB mussten die Banken 0,75 Prozent Zinsen zahlen. Der Commerzbank erspart die Rückgabe damit allein 75 Millionen Euro im Jahr.

Am vergangenen Freitag hatten 278 Banken in Europa der EZB mitgeteilt, dass sie zum frühestmöglichen Zeitpunkt in dieser Woche 137 Milliarden Euro tilgen wollten. Das ist mehr als ein Viertel der halben Billion Euro, die die Notenbank damals zur Verfügung gestellt hatte, und mehr als erwartet. Damit dürften die Banken immer noch mehr Geld haben als sie für die Vergabe von Kredite benötigen: Die Überschuss-Liquidität im Bankensystem dürfte um 140 Milliarden Euro sinken - doch damit die Marktzinsen steigen, reicht das Experten zufolge noch nicht. Banken aus den Kernstaaten der Währungsunion kommen inzwischen leichter an Geld, Instituten in Ländern wie Griechenland oder Spanien fällt das noch schwer.

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung "El Pais" wollten die Banken des Landes am Mittwoch nur rund 44 der 260 Milliarden Euro zurückgeben, die sie aufgenommen hatten. Die sechstgrößte spanische Bank, Banco Popular, kündigte offiziell an, sie habe 1,3 Milliarden zurückgezahlt - von 17,2 Milliarden Euro, die sie bekommen hatte. Auch Institute wie BBVA und Sabadell hatten im ersten Anlauf nur Teilrückzahlungen geplant. Die Bank Millennium BCP hat eine von insgesamt zwölf Milliarden Euro getilgt. Der Chef der französischen BNP Paribas, Jean-Laurent Bonnafe, bestätigte auf Anfrage nur, dass auch seine Bank sich an der Rückgabe beteiligt hat.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge

Börse

Renault mit 2015 Rekordsatz - Abgasskandal drückt Aktienkurs