Commerzbank: Keine weiteren Kapitalerhöhungen zu erwarten

Commerzbank: Keine weiteren Kapitalerhöhungen zu erwarten

Die deutsche Commerzbank will nach dem Abschluss der jüngsten Kapitalerhöhung derzeit kein weiteres Geld am Markt einsammeln. "Wir sind ausreichend kapitalisiert und haben ein solides Geschäftsmodell", sagte Vorstandschef Martin Blessing der "Bild"-Zeitung in einem Interview. "Wenn die Geschäfte sich wie erwartet entwickeln, ist eine weitere Kapitalerhöhung nicht geplant."

Am Mittwoch hatte die Bank mitgeteilt, die im März angekündigte Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen zu haben. Das Institut hatte dadurch 2,5 Milliarden Euro eingenommen und tilgt damit die Stille Einlage des Versicherers Allianz (750 Mio. Euro) sowie die restliche direkte Staatshilfe (1,6 Mrd Euro).

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) teilte am Freitag in Frankfurt mit: "Die verbliebene Stille Einlage des Soffin von rund einer Milliarde Euro wurde mit Abschluss der Kapitalerhöhung der Commerzbank AG heute zurückgezahlt." Ursprünglich hatte die Stille Einlage des Rettungsfonds Soffin ein Volumen von 16,4 Mrd. Euro.

Christopher Pleister, Vorsitzender des Leitungsausschusses der FMSA, betonte, dass sich diese Stabilisierungsmaßnahme auch für die Bundesanstalt gelohnt habe: "Über den Gesamtzeitraum betrachtet liegen die Einnahmen aus der Stillen Einlage deutlich über den Refinanzierungskosten."

Hingegen war der Aktienverkauf für den Soffin und damit letztlich für den Steuerzahler ein riesiges Verlustgeschäft. Der Soffin war die Papiere Mitte Mai zum Stückpreis von 7 Euro losgeworden, gezahlt hatte der Fonds im Schnitt 34,70 Euro. Der Bankenrettungsfonds war nach der Lehman-Pleite Mitte September 2008 in zwei Schritten bei der Commerzbank eingestiegen.

Da die bisherige Sperrminorität des Soffin von 25 Prozent der Absicherung der Stillen Einlagen diente, wurde sie mit der Rückzahlung aufgegeben. Mit der Sperrminorität konnten wichtige Entscheidungen bei Deutschlands zweitgrößtem Geldinstitut blockiert werden. Blessing betonte, dass sich der Staatsanteil von rund 25 Prozent auf rund 17 Prozent verringert habe. Die Commerzbank habe damit alles abbezahlt, was sie selbst abbezahlen könne, sagte Blessing: "Die verbleibende Aktienbeteiligung ist ein Investment des Bundes in die Zukunft der Bank. Jetzt entscheidet allein der Bund, wann er seine Aktien verkauft."

Trotz Rücktrittsforderungen aus der Politik fürchtet Blessing nach eigenen Worten nicht, seinen Platz an der Spitze des zweitgrößten deutschen Geldhauses räumen zu müssen. "Unsere Hauptversammlung hat mir erst vor wenigen Wochen mit über 95 Prozent der Stimmen das Vertrauen ausgesprochen."

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