Comeback der E-Aktien – Rally von Facebook bis Groupon

Comeback der E-Aktien – Rally von Facebook bis Groupon

Ursprünglich galten sie bereits im vergangenen Jahr als die künftigen Börsenlieblinge. Jetzt ist es offenbar soweit: Drei der jüngsten und hochgelobten Web-Aktien – die Restaurant-Bewertungs-Website Yelp, die Immobilienseite Trulia und das soziale Netzwerk Facebook – haben in diesem Jahr ein mittleres Plus von 130 Prozent verzeichnet, verglichen mit einem Gewinn von 19 Prozent für den Standard & Poor’s 500 Index.

Hinter dem Erfolg stehen nicht zuletzt ein starkes Umsatzwachstum und Fortschritte in Bereichen wie Mobilfunk. Selbst der Coupon-Anbieter Groupon, dessen Aktien bis zu 87 Prozent unter den Ausgabepreis aus dem Jahr 2011 gefallen war, hat in diesem Jahr bereits 79 Prozent zugelegt.

Diese Gewinnserie wird sich wohl sich fortsetzen, erwartet Aaron Kessler, Analyst bei Raymond James & Associates. Investoren hätten mehr Vertrauen in die neuesten Geschäftsmodelle aus Bereichen wie Mobilfunk und Werbung, die beispielsweise bei Yelp und Facebook den Umsatz angetrieben haben.

“Die Web-2.0-Unternehmen entwickeln sich besser als die Web-1.0-Konzerne”, sagt er, “zuletzt ging es immer mehr Unternehmen aus den Bereichen soziale Netzwerke, Mobilfunk und örtlicher Werbung besser. Das sind heutzutage die Antriebsmotoren.”

Abgehakte Turbulenzen

Dieser Optimismus kontrastiert mit den Turbulenzen des vergangenen Jahres. Groupon, der Handy-Spiel-Anbieter Zynga und vor allem Facebook hatten bei Investoren vor ihren Börsengängen Begeisterung angefacht - nur um dann die Konsequenzen zu erleiden, als Skeptiker in Frage stellten, ob sie ihre neuen Geschäftsmodelle wirklich langfristiges Wachstum hervorbringen können.

Für Facebook ging es vom IPO-Preis im September um 50 Prozent abwärts. Investoren befürchteten, dass bei Handy-Kunden schlechter Werbung platziert werden könnte. Bei Groupon gab es Probleme im Management und das Wachstum bei den Einnahmen mit täglich wechselnden Schnäppchenangeboten ließ nach. Zynga erlitt einen Kurseinbruch um mehr als 75 Prozent, da sich Kunden lieber den Spielen anderer Anbieter zuwandten.

Mittlerweile geht es wieder aufwärts. Einige der Unternehmen profitieren von ihrem Vorstoß in Mobilfunk- und lokale Werbung. In der vergangenen Woche schloss Facebook erstmals seit dem ersten Handelstag über dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Mobilfunksoftware konzentriert und damit begonnen, Unternehmen, die Nachrichten bei Facebook-Handy-Kunden platzieren wollen, zur Kasse zu bitten. Das soziale Netzwerk verzeichnete im vergangenen Monat seinen höchsten Tagesgewinn. Zuvor hatte das Unternehmen angegeben, dass mittlerweile 41 Prozent der Einnahmen auf Handy-Werbung entfielen, verglichen mit 14 Prozent im Vorjahr.

Groupon-Aktien sind zwar noch deutlich unter dem IPO-Preis von 20 Dollar. Seit dem Allzeittief bei 2,60 Dollar im November hat sich die Aktie jedoch mehr als verdreifacht. Das Unternehmen hat sich von Tagesangeboten etwas distanziert und setzt nun verstärkt auf Coupons, die jederzeit eingesetzt werden können. Dies habe die Rally angetrieben, sagt Analyst Sameet Sinha von B. Riley & Co. “Die Leute beginnen nachzurechnen, was dies alles letztlich wert sein könnte”, sagt er, “die Zahlen steigen endlich.”

Die gewandelte Wahrnehmung von Internetaktien macht Sinha zufolge deutlich, dass Investoren mittlerweile an das Wachstum in neuen Bereichen wie Mobilfunkwerbung glauben. “Das sind ganz außergewöhnlich wachstumsstarke Unternehmen”, sagt Sinha. “Wer über einen starken Markennamen verfügt und einen strategischen Vorteil in einer Branche, der hat Raum für Wachstum.”

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