Chubb zeigt, wie man ohne Hilfe die Finanzkrise meistert

Chubb zeigt, wie man ohne Hilfe die Finanzkrise meistert

Chubb hat sich über ihre Konkurrenten lustig gemacht, die während der Finanzkrise 2007- 2009 auf Hilfe des Staates angewiesen waren. Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht und bestätigt, dass es wohl auf dem richtigen Weg ist.

Risikobereinigt fährt Chubb seit Jahren eine höhere Rendite ein als die größten börsennotierten US-Versicherer. Selbst Star-Investor Warren Buffett kann mit seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway nicht mithalten.

Für die fünf Jahre bis zum 10. Juli kommt Chubb - bereinigt um Preisschwankungen - auf eine risikobereinigte Rendite von 1,52 Prozent und schlägt damit jeden anderen der insgesamt 22 Werte im Standard & Poor’s 500 Insurance Index. Dazu zählt auch Berkshire, wie aus dem Bloomberg Riskless Return Ranking hervorgeht. Die anderen Sachversicherer Travelers und Ace kamen auf Rang zwei und vier mit 0,92 Prozent beziehungsweise 0,75 Prozent Plus. Platz drei geht an den britischen Versicherungs-Broker Aon.

Sach- und Unfallversicherer tendieren zu weniger riskanten Investments, da sie über ausreichende Mittel verfügen müssen, sollte es zu größeren Katastrophen kommen. Diese Strategie führte dazu, dass sie sich von hypothekarisch besicherten Wertpapieren fern hielten, die unter anderem American International Group (AIG) während der Subprimekrise zu Fall gebracht haben. Gewinne mit ihren Investments haben die Aktienkurse dieser Versicherer angetrieben, während die Erhöhung ihrer Prämien den Margen zugutekommen dürfte.

“Langsames Vorgehen, Stabilität und Beständigkeit in der Versicherungsbranche werden hoch geschätzt”, sagt Paul Newsome, Analyst bei Sandler O’Neill & Partners. Chubb, Travelers und Ace “haben eine Menge der Turbulenzen vermieden, die anderen Unternehmen während der Finanzkrise geschadet haben”, sagt er. Zudem stünden diese Versicherer jetzt an der Spitze derer, die ihre Prämien anheben.

Die US-Versicherer Travelers und Chubb haben ihre Prämien für Policen für amerikanische Unternehmen im ersten Quartal um acht Prozent heraufgesetzt, während ACE sie um 3,6 Prozent anhob. Im Juni zogen die Prämien für gewerbliche Versicherungen auf Jahresbasis um vier Prozent an und bauten damit ihren im vergangenen Jahr begonnenen Aufwärtstrend aus, wie aus Daten von MarketScout hervorgeht.

Chubb als Renditekönig

Chubb erzielte im Verlauf der vergangenen fünf Jahre den höchsten Gesamtertrag und legte 54 Prozent zu. Gleichzeitig wiesen lediglich drei Konzerne eine geringere Volatilität aus. Der Versicherer blieb während der Finanzkrise profitabel, während AIG Milliarden-Verluste einfuhr und vom US-Steuerzahler gerettet werden musste und nun mehrheitlich dem Finanzministerium gehört.

“Es ist unwahrscheinlich, dass Verbraucher ein Auto kaufen wollen, dass vom Staat gebaut wurde. Warum sollten sie also eine Versicherungspolice erstehen, die vom Staat garantiert und von Leuten angepasst wird, die eher wie Bürokraten handeln als wie Geschäftsleute?”, fragte John Degnan, der bei Chubb für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand, im Jahr 2009. “Wir werden energisch mit Unternehmen konkurrieren, die sich ohne Hilfen des Staates nicht halten können.”

Die schwächste Entwicklung verzeichnete AIG mit 97 Prozent Rückgang über den Fünf-Jahres-Zeitraum und litt dabei unter der zweithöchsten Volatilität. Die zweitschwächste Performance wies Hartford Financial Services Group Inc. - ebenfalls ein Empfänger von Staatsmitteln.

Die Buffett-Holding Berkshire kam in den vergangenen fünf Jahren auf eine risikobereinigte Rendite von 0,4 Prozent und nimmt damit Rang sieben unter den S&P-Versicherern ein. Bei der Volatilität wies Berkshire den zweitniedrigsten Wert auf.

Berechnet wird die risikobereinigte Rendite, indem die Gesamtrendite durch die Volatilität geteilt wird, also durch das Ausmaß der täglichen Preisschwankungen.

Chubb, Ace und Travelers investieren vor allem in qualitativ hochwertige Unternehmens- und Staatsanleihen, die in den vergangenen Jahren dank sinkender Zinsen eine Rally hingelegt haben, sagt Mark Dwelle, ein Analyst bei RBC Capital Markets. Bei Chubb machten so genannte “Ramsch“-Anleihen Ende 2011 weniger als zwei Prozent des Festverzinslichen-Portfolios aus. Bei Travelers betrug der Anteil 3,1 Prozent und bei Ace zwölf Prozent.

“Solange die Investoren Angst haben, werden sich Ace, Chubb und Travelers letztendlich besser entwickeln als andere Finanzwerte”, sagt Josh Shanker, ein Analyst der Deutschen Bank in New York. “Wer diese Aktien besitzt, hofft nicht auf eine Rally.”

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