Chemie-Gigant Dow Chemical ist auf Schrupfkurs

Chemie-Gigant Dow Chemical ist auf Schrupfkurs

Rund 2.000 Beschäftigte sind von den Abspaltung mehrer Sparten beim Chemiekonzern Dow betroffen. Auf der Liste der abzugebenden Geschäftsteile stehen auch Werke in Deutschland.

Midland/Michigan. Der größte amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical treibt die Trennung von besonders konjunkturanfälligen Sparten voran. Zu den Unternehmensbereichen, die Dow Chemical in den nächsten zwei Jahren ausgliedern oder verkaufen will, gehören auch Werke an den deutschen Standorten Stade, Rheinmünster und Baltringen, wie der Konzern am Montag ankündigte.

In den USA, Italien, Südkorea, China und Brasilien sollen Werke geschlossen werden. In Summe sind etwa 40 Anlagen an elf Standorten und 2000 Mitarbeiter betroffen. Der Jahresumsatz der gestrichenen Geschäfte liegt bei etwa fünf Milliarden Dollar.

Anhaltender Schrumpfkurs

In dem vergangenen zwölf Monaten hatte Dow Chemical bereits den Verkauf von Geschäftsteilen für rund 700 Millionen Dollar angestoßen. Unter anderem verkaufte der Konzern Polypropylen- und Katalysatoren-Geschäfte an den US-Konkurrenten W.R. Grace. Seit 2009 hatte sich Dow Chemical von Sparten mit einem Umsatz von zusammen rund acht Milliarden Dollar getrennt.

Im Oktober hatte der Konzern mitgeteilt, er wolle mit der Trennung von Unternehmensteilen mindestens drei bis vier Milliarden Dollar einnehmen. Abgeben will Dow unter anderem Geschäfte mit Epoxid-Harzen, Chlor-Derivaten und Salzlaugen. Mit dem Schritt folgt das Unternehmen aus Midland im US-Bundesstaat Michigan Branchengrößen wie BASF und DuPont. Die Konkurrenten waren in den vergangenen Jahren immer mehr aus Geschäften mit Massenchemikalien ausgestiegen und hatten stattdessen renditestarke Boom-Bereiche wie Substanzen zur Nahrungsergänzung, Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäfte sowie Geschäfte mit komplexen Spezialchemikalien ausgebaut. Die Chemiekonzerne wollen sich damit unter anderem unabhängiger machen von starken Rohstoffpreis-Schwankungen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge