Checkt Alitalia aus? Krisentreffen bei Etihad

Checkt Alitalia aus? Krisentreffen bei Etihad

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Rettungsplan. Etihad erwägt den Kauf einer Beteiligung von bis zu 49 Prozent, scheut bislang aber vor einem Einstieg zurück.

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia (ISIN IT0003918577) arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Rettungsplan. Vor weiteren Gesprächen mit dem erhofften Geldgeber Etihad (ISIN: AEXXXETIHAD1) führte das Management dazu Verhandlungen mit den Gläubigern, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Wochenende der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Ziel sei eine Lösung, die die arabische Airline überzeuge und zu der benötigten Finanzspritze bewege. Der Vorschlag solle dem Air-Berlin -Großaktionär Etihad am Dienstag präsentiert werden. Dann empfängt dem Insider zufolge Etihad-Chef James Hogan seinen Alitalia-Kollegen Gabriele Del Torchio, der bereits am Montag zu seinem Besuch in die Golfregion aufbrechen werde.

Etihad erwägt den Kauf einer Beteiligung von bis zu 49 Prozent, scheut bislang aber vor einem Einstieg zurück. Die Araber verlangen tiefe Einschnitte bei Alitalia. Früheren Reuters-Informationen zufolge dringen sie darauf, dass die Belegschaft von derzeit 14.000 Beschäftigten um bis zu 3000 reduziert wird. Dagegen protestieren allerdings die Gewerkschaften. Ferner will Etihad nicht den gesamten Schuldenberg des italienischen Konzerns über 800 Millionen Euro schultern.

Sanierungsplan: Aufspaltung der Airline

Hier setzt der Sanierungsplan an, der am Freitag von Alitalia-Managern und Vertretern von UniCredit, Intesa Sanpaolo sowie zwei anderen Gläubigerbanken diskutiert wurde. Wie Reuters von dem Insider erfuhr, soll die Fluggesellschaft in zwei Unternehmen aufgespalten werden. Demnach soll eine neue Gesellschaft gegründet werden, die das operative Geschäft und die Flugzeugflotte umfasst. In dieses Unternehmen solle Etihad auf dem Wege einer Kapitalerhöhung mehr als eine halbe Milliarde Euro investieren. Kontrolliert würde diese Gesellschaft von einer Holdingfirma, die den Großteil der Schulden von Alitalia übernähme.

Doch dieses Vorhaben, von dem bereits die Zeitung "Il Messagero" berichtet hatte, stößt auf Bedenken der Banken. Sie fürchten dem Finanzblatt "Il Sole 24 Ore" zufolge, dass ihnen damit höhere Verlustrisiken aufgebürdet werden. Die betroffenen Konzerne und Geldhäuser lehnten Stellungnahmen ab oder waren dafür nicht zu erreichen.

Etihad hält bereits 29 Prozent am ebenfalls angeschlagenen Lufthansa -Konkurrenten Air Berlin und hat diesem eine neue Geldspritze in Aussicht gestellt. Früheren Reuters-Informationen zufolge überlegten die Araber, Air Berlin mit Alitalia zusammenzulegen.

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