BP muss Milliardenverlust einstecken

BP muss Milliardenverlust einstecken

Der Energiekonzern BP hat eine Milliardenabschreibung auf sein US-Geschäft hinnehmen müssen und kämpft weiter mit den Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko.

Auch ein Streit mit seinen russischen Partnern sorgte im abgelaufenen Quartal dafür, dass das britische Unternehmen am Dienstag unter dem Strich einen Milliardenverlust meldete. Der bereinigte Gewinn lag bei 3,7 Milliarden Dollar, nach 5,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Damit legte BP die schwächste Bilanz unter den weltgrößten Energiekonzernen vor. Die Aktie sank in London um mehr als vier Prozent. In den USA musste BP fünf Milliarden Dollar abschreiben. 2,7 Milliarden wurden für den sinkenden Wert von Raffinerien fällig. Weitere 2,1 Milliarden wurden im Geschäft mit Schiefergas abgeschrieben, weil in dem Bereich die Preise gefallen sind. Zudem musste BP Ölbohrungen vor der Küste Alaskas stoppen.

Nach wie vor ist die Ölpest im Golf von Mexiko eine Belastung: Dafür wurden im Frühjahrsquartal Rückstellungen von 847 Millionen Dollar gebildet. Die Gesamtkosten der Umweltkatastrophe belaufen sich für den Konzern damit bislang auf 38 Milliarden Dollar. Investoren hoffen auf eine Einigung mit den US-Behörden noch vor den Präsidentenwahlen im Herbst. BP warnte jedoch, es sei hochgradig unsicher, welche Verpflichtungen auf das Unternehmen noch zukämen.

Auch ein Streit mit den Partnern im russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP lastet auf dem Unternehmen. Die Oligarchen verhinderten die Auszahlung einer Dividende. Diese Entscheidung trug dazu bei, dass BP unter dem Strich einen Verlust von 1,4 Milliarden Dollar schrieb. Mit dem bereinigten Gewinn verfehlte BP die Erwartungen deutlich. Der Analyst Richard Griffiths von Oriel Securities sagte, jeder Bereich sei eine Enttäuschung gewesen. BP teste das Vertrauen seiner Investoren.

Der US-Konzern Exxon hatte vergangene Woche einen Quartalsgewinn von 15,9 Milliarden Dollar gemeldet. Die Nummer zwei der Branche, die niederländisch-britische Royal Dutch Shell, verzeichnete zwar ein Gewinnminus, kam aber immer noch auf 5,7 Milliarden Dollar.

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